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Texas twittert Namen von betrunkenen Autofahrern

Der Kurznachrichtendienst Twitter soll nach den Vorstellungen des texanischen Montgomery County zum öffentlichen Pranger für alkoholisierte Autofahrer werden.

02.01.2010, 09:01 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Der Kurznachrichtendienst Twitter ist nicht unumstritten. Die einen halten ihn schlicht für überflüssig, die anderen schätzen die schnelle Kommunikation in Echtzeit mit Menschen aus aller Welt. Die Behörden im texanischen Montgomery County wollen Twitter nun laut einem Bericht des amerikanischen IT-Magazins "Network World" als öffentlichen Pranger nutzen. Die Namen von betrunkenen Autofahrern sollen dort veröffentlicht werden.
Twittern zur Abschreckung gegen Alkohol am Steuer
Zum Start würden die Namen der ertappten Autofahrer zunächst nur an bestimmten Feiertags-Wochenenden getwittert: zwischen Weihnachten und Neujahr, am 4. Juli oder auch am Memorial Day. Die Behörden rechnen zu diesen Zeitpunkten mit einer erhöhten Zahl von alkoholisierten Autofahrern. Die Initiative hatte der dortige Bezirksanwalt Warren Diepraam angeregt. Mit dieser Maßnahme sollen andere Autofahrer davon abgeschreckt werden, sich angetrunken hinters Steuer zu setzen.
In den USA sind Informationen über Personen, die unter Alkoholeinfluß mit einem Auto unterwegs waren, ohnehin öffentlich. Selbst in lokalen Zeitungen finden sich die Namen von überführten Alkoholsündern. Eine Veröffentlichung über Twitter gehe nach Ansicht von Kritikern jedoch zu weit. Nach wie vor gelte bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung. Ein Strafverteidiger bezweifelte denn auch, dass es über Twitter eine öffentliche Entschuldigung geben werde, falls der Beschuldigte unschuldig sei. Bezirksanwalt Diepraam sieht ungeachtet der Kritik einen fairen Prozess nach wie vor als gegeben an. "Wir bringen keine Informationen an die Öffentlichkeit, die nicht ohnehin erhältlich sind", so Diepraam.

(Jörg Schamberg)

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