News

Texas Instruments zieht die Notbremse

Auch die Chiphersteller bekommen die Wirtschaftskrise zu spüren. Texas Instruments streicht nach einem Gewinnabsturz 3.400 Stellen.

27.01.2009, 09:46 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Die Wirtschaftskrise geht auch an den Chipherstellern nicht spurlos vorbei. Der zweitgrößte US-Chipbauer Texas Instruments (TI) streicht nach einem steilen Gewinnabsturz 3.400 Stellen. Insgesamt fallen zwölf Prozent aller Jobs im Konzern weg. Für das laufende Quartal warnte TI vor einem möglichen Verlust.
Umsatzeinbruch
"Wir setzen nicht auf eine schnelle Erholung der Konjunktur", sagte Konzernchef Rich Templeton am Montagabend. Wegen des Abschwungs am Handymarkt und in der IT-Branche brach der Überschuss im Schlussquartal 2008 um 86 Prozent auf lediglich noch 107 Millionen Dollar ein. Den Gewinn belasteten zudem Kosten für den Konzernumbau. Der Umsatz fiel um 30 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro), wie TI am Sitz in Dallas in Texas mitteilte.
Analysten hatten für das Schlussquartal nach Vorwarnungen von TI mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Die Aktie stieg in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel um rund fünf Prozent. Im Tagesverlauf hatte sie 1,5 Prozent auf 14,77 Dollar verloren.
Kündigungen und freiwillige Vereinbarungen
Der Stellenabbau erfolge durch 1.800 Kündigungen und durch freiwillige Vereinbarungen mit weiteren 1.600 Beschäftigten. Dies belaste das Unternehmen mit 300 Millionen Dollar. Im Gegenzug erwarte TI durch diese und frühere Einschnitte insgesamt Einsparungen von 700 Millionen Dollar pro Jahr.
Gewinn und Umsatz fielen zuletzt in allen Sparten des Konzerns. Im Handygeschäft leidet TI auch unter der wachsenden Konkurrenz: Top-Kunden wie Nokia setzen zunehmend auf mehrere Lieferanten. Einen Teil des Geschäftsfelds stößt TI bereits ab.
Prozessoren als Wachstumstreiber
TI ist weltweiter Branchenführer im Kerngeschäft mit analogen und eingebetteten Prozessoren für einfache Rechenaufgaben. Doch auch hier brach das Geschäft ein. Templeton bekräftigte aber: "Wir glauben, dass diese Bereiche die künftigen Wachstumstreiber von TI sein werden."
Im Gesamtjahr 2008 fiel der Gewinn unter dem Strich um mehr als ein Viertel auf 1,9 Milliarden Dollar. Der Umsatz gab um zehn Prozent auf 12,5 Milliarden Dollar nach. Für das laufende erste Quartal erwartet TI einen Umsatz zwischen 1,6 und 2,1 Milliarden Dollar. Je Aktie könne ein Verlust von bis zu 0,11 Dollar anfallen, im besten Fall ein Gewinn von 0,03 Dollar.
Auch andere Chiphersteller weltweit hatten jüngst massive Stellenstreichungen angekündigt - so etwa Branchenprimus Intel. Der Speicherchip-Spezialist Qimonda mit Standorten in München und Dresden meldete gerade Insolvenz an.

(Saskia Brintrup)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang