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Test: Stecker rein und los gevoipt mit Vortel

"Auspacken, Einstöpseln, Geht!" ist das Motto bei Vortel. Jeder Kunde erhält hier ein Starter-Kit mit Adapter und Telefon, um in die VoIP-Welt zu starten.

19.06.2006, 08:16 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Für Skype besteht ein Starter-Kit aus einem simplen Mono-Headset, bei sipgate ist es immerhin ein USB-Telefonhörer. Dagegen erleben Kunden der Berliner Vortel GmbH den wahren Luxus. Für sie hält ihr VoIP-Anbieter ein Set aus Telefon-Adapter von Linksys und einfachem analogen Telefon bereit, um mühelos in die VoIP-Welt starten zu können. Gegenüber den sieben Euro für die Skype-Tüte und den 4,50 Euro für die sipgate-Schachtel ist der Preis bei Vortel zwar eher was für Anspruchsvolle: satte 79,95 Euro kostet das Anfänger-Päckchen standardmäßig, bei Buchung einer Flatrate sinkt der Preis auf 49,95 Euro. Dafür soll der Start in die VoIP-Welt aber auch besonders bequem sein. onlinekosten.de machte die Probe aufs Exempel.
Das gute, alte Telefon bleibt
Adapter bieten den großen Vorteil, dass bestehende Telefone weiter genutzt werden können. So sparen sich Nutzer die Umgewöhnung, der gute, alte Apparat wird einfach von einer in die andere Buchse umgesteckt und los geht’s mit VoIP. Der Linksys PAP2 bietet Anschlüsse für zwei analoge Telefone oder Faxe. Außerdem findet sich an dem 140 Gramm leichten Gerät ein Ethernet-Port, über den die Netzwerkanbindung erfolgt. Der Adapter unterstützt, wie auch die meisten VoIP-Anbieter, den SIP-Standard. Damit kann er auch klassische Telefonmehrwertdienste, wie Anruferkennung, Anrufweiterleitung, DTMF oder Voicemail gewährleisten.
Adapter inklusive Telefon
Nun sind analoge Telefone in Zeiten von ISDN, Genion und Co. keine Selbstverständlichkeit mehr – zumindest erhält der Vortel-Kunde zum Adapter direkt auch ein einfaches Gerät hinzu. Dabei handelt es sich um das Axiss50 von Topcom, ein schnurgebundenes Festnetztelefon mit Wähltasten und ohne Display. Seine Ausstattung erfüllt alle Grundfunktionen und es kann sich auch äußerlich und in Sachen Verarbeitung sehen lassen. Auf jeden Fall weiß der Nutzer spätestens beim Anheben des Hörers, wer für das Hauptgewicht des gelieferten Vortel-Päckchens verantwortlich ist: das so Platz sparend gebaute Topcom-Gerät liegt verhältnismäßig schwer in der Hand. Die Bedienungsanleitung ist erwartungsgemäß kurz. Sie gibt Aufschluss über Installation und die Funktionen "Durchstellen", "Wahlwiederholung", "Klingellautstärke" und "Impuls- oder Tonwahl.
Die neue VoIP-Hardware ist schnell aufgestellt: zuerst wird das mitgelieferte Telefon in den Port "Phone 1" gesteckt, eine eigene Stromversorgung benötigt das Axiss 50 nicht. Wer ein weiteres Telefon oder ein Fax anschließen möchte, dem stellt der Linksys PAP2 den zusätzlichen Port "Phone 2" zur Verfügung. Jetzt wird noch der Ethernet-Ausgang mit einem LAN-Kabel bestückt, das wiederum am Router eingesteckt wird. Allerdings ist dieser Aufbau nichts für Kabel-Hasser, denn immerhin drei Leitungen schlängeln sich hier zum Adapter. Jedoch wird eine Wandhalterung für das Gerät mitgeliefert, so dass es sich bequem neben dem Telefonanschluss platzieren lässt. Zu guter Letzt wird noch die Stromversorgung hergestellt und endlich ist die VoIP-Installation komplett.
Nichts geht ohne Anmeldung
Zumindest beinahe, denn um über Vortel telefonieren zu können, wird natürlich ein Account benötigt. Wurde der Zugang bereits eingerichtet und die Hardware dabei über Vortel bestellt, kommt das Gerät vorkonfiguriert ins Haus und das frisch installierte Telefon sollte direkt ein Freizeichen von sich geben. Wer das Starter-Kit über einen Vermarktungspartner bezogen hat, muss sich noch online bei Vortel anmelden. Dabei fragt das System die MAC-Adresse (Media Access Control) des Adapters ab, die zur eindeutigen Identifikation des Geräts im Netzwerk dient. Sobald die Anmeldung abgeschlossen ist, wurde der Adapter registriert und es kann los telefoniert werden. Einzig Nutzer, die eine statische IP-Adresse verwenden, müssen den Adapter konfigurieren, indem sie ihm per Telefoneingabe eine IP-Adresse, Subnetz-Maske und ein Gateway zuweisen.
Zusatzfunktionen online konfigurierbar
Alle Rufnummern müssen, wie immer bei VoIP, inklusive Ortsvorwahl gewählt werden. Für häufig gewählte Nummern können online im Vortel-Kundenportal vierstellige Kurzwahlen angelegt werden. Außerdem können hier Filter für eingehende Anrufe, Sperren für ausgehende Gespräche, Anrufbeantworter und Rufweiterleitungen eingestellt werden. Sobald die Änderungen online gespeichert wurden, sind direkt aktiv. Außerdem können hier Konferenzschaltungen mit bis zu fünf Teilnehmern in beliebigen Netzen eingerichtet und gestartet werden.
Wurde die Rufnummer am Telefon gewählt, dauert es einige Sekunden bis das Klingelzeichen ertönt, was allerdings ebenfalls typisch VoIP ist. Die Wartezeit kann aber durch Drücken der Raute-Taste etwas verkürzt werden. Die Tonqualität, sowohl bei Anrufen zum Mobilfunk wie zum Festnetz, ist mit der Linksys PAP2/Topcom Axiss 50 Kombination gut. Auch Hintergrundgeräusche beim Gesprächspartner werden gut gefiltert. Das Starter-Kit von Vortel hält, was es verspricht: einen einfachen und bequemen Einstieg in die Internet-Telefonie. Die Technik kann ohne Schwierigkeiten aufgestellt werden, ohne vorher ein Informatik-Studium absolvieren zu müssen. Ob sich die Lösung mit VoIP-Adapter eignet, ist jedoch eine Frage der individuellen Anforderungen und sollte vor der Investition gut überlegt sein.

(Aleksandra Leon)

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