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Test: Skype schnurlos schick

Kabelgebundene Telefone gehören der Vergangenheit an, schnurlos muss es heute sein: Auch Skype macht sich vom Bildschirm los, beispielsweise mit DECT-Telefonen von Logitech und Philips.

19.01.2007, 17:37 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Kabelgebundene Telefone gehören der Vergangenheit an, schnurlos muss es heute sein. Auch Skype macht sich vom Bildschirm los: WLAN-Handys können nicht nur im heimischen Funknetz, sondern auch unterwegs am Hotspot genutzt werden. Adapter machen das gute, alte Festnetz-Schnurlostelefon fit für VoIP. Mittlerweile gibt es aber auch DECT-Telefone, die beispielsweise für die Nutzung mit dem beliebten Skype-Service zertifiziert sind. Geräte wie von Logitech und Philips exportieren die gewohnte Bedienung eines klassischen Schnurlos-Telefons ins Internet.
Schnurlos schick
Mit dem Cordless Internet Handset hat Logitech im vergangenen Oktober ein DECT-Telefon für Skype in die Läden gebracht. Mit seinen 13,3x4,5x2,5 Zentimetern und 120 Gramm ist das Mobilteil handlich klein und findet problemlos in der Hosentasche Platz. Hervorstechendes Merkmal ist das Farb-LCD, das den Nutzer durch das Menü führt.
Im Gegensatz dazu verfügt das Mobilteil des Philips VOIP321 nur über ein monochromes Display mit gelber Hintergrundbeleuchtung und ist zudem mit 15,4x5,2x2,5 Zentimetern und 140 Gramm erheblich größer als die Logitech-Konkurrenz. Allerdings hat Philips das Skype-Telefon zusätzlich mit einem Anschluss zum Festnetz ausgestattet, womit Logitech nicht dienen kann. Wer von beiden nun das bessere Gerät am Start hat, haben wir in einem Test ermittelt.
PC benötigt
Die Anforderungen für den Betrieb sind bei beiden DECT-Telefonen gleich: Es wird ein eingeschalteter PC mit einem freien USB-Port zum Anschluss der Basisstation benötigt. Zudem muss Microsoft Windows XP oder 2000 als Betriebssystem installiert sein. Natürlich darf auf dem Rechner auch Skype nicht fehlen, das für die Nutzung aktiv sein muss. Um auf den beliebten VoIP-Service zuzugreifen, verfügen beide Schnurlos-Telefone über eine eigene Skype-Taste. Auch die Stromversorgung der Mobilteile ist identisch. Beide Telefone werden über aufladbare Ni-MH-Batterien (Nickel-Metallhydrid) am Leben gehalten, allerdings mit kleinen Abweichungen bei den Angaben der Akku-Laufzeiten.
Während Philips angibt, dass das VOIP321 rund zehn Stunden Gesprächs- und über 100 Stunden Standby-Zeit durchhalten soll, gibt Logitech an, das Cordless Internet Handset habe genug Power für bis zu 120 Stunden Standby-Zeit – bei gleicher Gesprächszeit. Damit ist in Sachen Gemeinsamkeiten aber auch schon Schluss. Das Logitech Cordless Internet Handset wird mit einer umfangreichen Installations-CD ausgeliefert. Sie erklärt direkt und schnell, wie die einzelnen Komponenten korrekt angeschlossen werden.
Skype wird mobil
Die Ladestation für das Mobilteil braucht natürlich Stromzufuhr, während die gerade mal 8,5x6,5x2 Zentimeter kleine DECT-Basis am USB-Port des Rechners angeschlossen wird. Ist das erledigt, kann die Installation zu Ende geführt werden. Direkt im Anschluss fordert das installierte Softphone dazu auf, das Logitech-Gerät für den Zugriff auf Skype freizugeben. Dank deutschsprachiger Anleitung und einer klaren Struktur ist die Inbetriebnahme sehr einfach.
Anschließend stehen die Funktionen des Skype-Softphones auf dem Mobilteil bereit. Mit der Skype-Taste gelangt der Nutzer an seine gespeicherten Kontakte und kann die jeweiligen Profile einsehen. Zusätzlich steht Skype als Menüpunkt zur Verfügung, um den eigenen Status ändern oder Sprachnachrichten abrufen zu können. Sobald Skype am Rechner geschlossen wird, stehen die Daten auch am Mobilteil nicht mehr zur Verfügung. Darüber hinaus können auch bis zu 100 Kontakte ins Telefonbuch des Mobilteils eingegeben werden. Eingehende Telefonate oder die Paging-Funktion machen mit einem von 14 polyphonen Klingeltönen auf sich aufmerksam.
Übertragungsqualität ausreichend
Allgemein ist die Bedienung an die eines üblichen Handys angelehnt. So finden sich Softtasten unterhalb des Displays, deren Funktion im Display angezeigt wird. Die Navigation durch die Menüpunkte erfolgt über eine zentrale Kipptaste. Die Tastatur ist glatt und bietet genug Widerstand für eine angenehme Bedienung. Zudem wird das Tastaturfeld rot beleuchtet, sobald das Gerät benutzt wird. Entfernt sich der Nutzer mit dem Mobilteil während des Telefonierens zu weit von der Basis, gibt diese einen Warnton und Blinken von sich.
Die Reichweite innerhalb des Hauses soll bei bis zu 50, draußen bei bis zu 285 Metern liegen. Die Sprachqualität beim Telefonieren war in unserem Test zufrieden stellend. Die Übertragung war ausreichend deutlich, aber ein bisschen leise. Außerdem fiel ein leichtes Rauschen in der Leitung auf. Wer lieber per Kopfhörer telefoniert, findet an der Seite des Mobilteils dafür eine 2,5-Millimeter-Klinkenbuchse. Auch eine Lautsprecher-Funktion steht zur Verfügung. Mit einem mitgelieferten Clip kann das Mobilteil am Gürtel befestigt werden. Die Installation des Philips VOIP 321 ist, im Gegensatz zur Konkurrenz von Logitech, etwas umfangreicher. Auch hier wird eine Installations-CD mitgeliefert, die den Anwender einfach Schritt für Schritt anleitet. Allerdings braucht die Verkabelung des Geräts mehr Zeit: Die DECT-Basis ist nicht nur erheblich größer als bei Logitech, sondern wird zudem am USB-Port des Rechners sowie an der Telefondose angeschlossen. Zudem benötigt sie eine eigene Stromzufuhr, während die Logitech-Basis den erforderlichen Strom über USB bezieht. Durch die drei Kabel, die bei Philips angeschlossen werden müssen, entsteht schnell Kabelsalat und die Basis steht auch etwas wackelig.
Einfache Installation
Ansonsten ist das Philips-Telefon ebenfalls schnell und problemlos eingerichtet. Sobald es angeschlossen und für Skype freigegeben ist, bietet das Mobilteil Zugriff auf alle Funktionen des VoIP-Angebots. Auch hier steht dazu eine eigene Skype-Taste zur Verfügung. Ebenso wie bei Logitech, sind die Skype-Informationen nur anzeigbar, wenn das Telefon mit dem aktiven Dienst verbunden ist.
Ein Nachteil: Die gelbe Beleuchtung und das monochrome Display wirken etwas altmodisch. Die Verarbeitung insgesamt macht aber einen soliden Eindruck. Das Tastenfeld ist ebenfalls sehr übersichtlich und gut zu bedienen. Hier fehlt jedoch der Anschluss für ein Headset. Dafür ist eine Freisprechfunktion integriert. Soll das Gespräch über Skype geführt werden, kann entweder ein gespeicherter Skype-Kontakt dazu ausgewählt oder eine Rufnummer eingegeben und mit der Skype-Taste bestätigt werden. Ein Festnetz-Telefonat wird hingegen wie gewohnt initiiert.
Telefonate auch per Festnetz
Auch das Philips VOIP 321 bietet zusätzlich ein Telefonbuch, in dem bis zu 50 Namen und Rufnummern gespeichert werden können. Zwar ist hier die Auswahl der polyphonen Klingeltöne auf zehn begrenzt. Dafür kann das Klingeltonprofil für Festnetz und Internet unterschiedlich programmiert werden.
In unserem Test bewies das Philips-Telefon eine bessere Sprachqualität, als die Konkurrenz von Logitech. Die Übertragung war laut genug und für beide Seiten klar zu verstehen. Nebengeräusche, wie das leise Rauschen bei Logitech, fielen beim Philips VOIP 321 nicht auf. Beide DECT-Telefone bieten eine bequeme und einfach zu installierende Alternative zur klassischen Skype-Nutzung per Headset am Computer. Sie erlauben dank der schnurlosen Übertragungstechnik erheblich mehr Bewegungsfreiheit, benötigen aber immer noch einen eingeschalteten Computer mit aktiviertem Skype-Softphone.
Fazit
Das Philips VOIP macht wegen seiner Größe, der gelben Beleuchtung und dem monochromen Display einen etwas altmodischen Eindruck, ist aber robust und bietet eine gute Sprachqualität. Weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, alternativ auch über das Festnetz telefonieren zu können, auch wenn Skype deaktiviert ist. Das Logitech hingegen glänzt durch seine kompaktere, leichtere Bauweise, die kleinere DECT-Basis sowie das Farbdisplay.

(Aleksandra Leon)

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