Spiele

Test: Oblivion-Erweiterung "Knights of the Nine"

Zurück nach Cyrodiil: Es ist an der Zeit, der Welt von "The Elder Scrolls 4: Oblivion" einen neuen Besuch abzustatten. Die Entwickler von Bethesda haben eine Erweiterung veröffentlicht, die wir genauer unter die Lupe genommen haben.

04.01.2007, 12:24 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

"The Elder Scrolls 4: Oblivion" war, neben Gothic 3, einer der meist erwarteten Spieletitel des vergangenen Jahres. Als die Entwickler von Bethesda das 3D-Rollenspiel im vergangenen Sommer veröffentlichten, sorgten sie unter den Gamern gleichfalls für Jubelschreie, wie auch für laute Kritik. Besonders die bombastische Grafik überzeugte, doch die vielen Fehler und die auf Dauer langweilige Hauptquest sorgten schnell wieder für Ernüchterung. Einen ersten Patch haben die Entwickler mittlerweile veröffentlicht, der bei weitem aber noch nicht alle Lücken schließt. Auf einen zweiten Patch wartet die Fangemeinde bis heute, denn die Entwickler hatten zunächst andere Pläne.
Mini-Erweiterungen
Bethesda brachte eine Erweiterung für Oblivion auf den Markt, die eigentlich aber nur eine Sammlung kleinerer "Features" ist. Wer auf lange neue Abenteuer und weitläufige neue Orte hofft, wie bei den Morrowind-Erweiterungen "Bloodmoon" und "Tribunal", wird sehr schnell enttäuscht sein. Die Erweiterung setzt sich aus insgesamt acht Mini-Erweiterungen zusammen, die auch über das Internet für rund zwei Dollar zum Download angeboten werden. Nur der umfangreichste und aktuellste Zusatz "Knights of the Nine" ist etwas teurer.
Onlinekosten.de hat sich nach Cyrodiil begeben und die "Oblivion Knights of the Nine" getestet. Wer sich die Erweiterung zulegen möchte, benötigt das Game "The Elder Scrolls 4: Oblivion" und muss das Spiel mit dem ersten Patch versehen, der auf der Erweiterungs-DVD mitgeliefert wird. Die acht zusätzlichen Inhalte können von der DVD im zweiten Schritt einzeln installiert werden. Im Detail setzt sich die Erweiterung aus folgenden Komponenten zusammen: "Turm des Zauberers" (Wizard's Tower), "Das unscheinbare Lager" (Vile Lair), "Diebesversteck" (Thieves Den), "Menrunes Schneide" (Menrunes' Razor), "Pferderüstung" (Horse Armor), "Das Planetenmodell" (The Orrery), "Zauberbücher" (Spell Tomes) und "Ritter der Neun" (Knights of the Nine).
Sind die Erweiterungen installiert, so erhält der Spieler nach dem Laden seines aktuellen Spielstands neue Mitteilungen über die zusätzlichen Aufgaben. Beim "Turm des Zauberers" erbt unser Held von einem verstorbenen Magier einen alten heruntergekommenen Turm, der sich mit ein bisschen Gold zu einem wahren Prachtexemplar ausstatten lässt. Kaum erhält unser Held die Nachricht, über die Erbschaft, wird die Lage des Turms auch schon auf der Karte markiert. Ein Händler in der Nähe des Turms verkauft alle nötigen Einrichtungsgegenstände: Es winken unter anderem eine eigene Bibliothek und ein Kräutergarten - gegen saftige Bezahlung natürlich. Praktisch: Oben auf dem Dach befindet sich ein Teleporter, der die schnelle Reise zu allen Magiergilden und Akademien des Landes ermöglicht. Eine weitere Erbschaft steht an: "Das unscheinbare Lager" entpuppt sich als perfekter Unterschlupf für böse Gesellen, vor allem Vampire. Aber auch hier muss zunächst eine hohe Summe Gold investiert werden, bevor das unterirdische Heim perfekt ausgestattet ist. Ein hauseigener Kerker darf natürlich nicht fehlen, in dem Vampire ihre "Mahlzeiten" aufbewahren können. An Altären können die Kräfte von Sithis, dem Vater der Nacht, beschworen werden und ein eigener Vampirdiener ist stets zu Diensten.
Das Diebesversteck
Auch für Schurken ist mit dem "Diebesversteck" eine passende Behausung in der Sammlung mit dabei: Unser Held schnappt ein Gerücht von einer Grotte an der Küste auf, in der ein altes Piratenschiff liegen soll. Wieder kann das Heim mit ein wenig Gold auf Vordermann gebracht werden, nebenbei lassen sich Piraten anheuern, die Beutezüge ausführen und für neues Einkommen sorgen.
Ein weiteres Gerücht macht die Runde: In den Ruinen einer untergegangenen Stadt soll sich ein mächtiges daedrisches Artefakt befinden, das Schwert des Merunes Dagon. Hier warten zur Abwechslung ein weit verzweigter Dungeon und zahlreiche Monster - "Menrunes Schneide" ist mit Abstand das interessanteste Add-On in der Sammlung von "Knights of the Nine". Die "Pferderüstung" hingegen ist nicht etwa ein weiteres kleines Abenteuer, sondern wirklich nur eine Rüstung, die bei einem neuen Schmied angefertigt werden kann. Ist das Ross gerüstet, sieht es ganz nett aus und ist effektiver geschützt. Das war es aber auch schon.
Die "Zauberbücher" bieten insgesamt acht neue, permanente Zaubersprüche. Die neuen Zauberbücher, die diese Sprüche beherbergen, müssen aber erst einmal gefunden werden. Das "Planetenmodell" ist ein neues Abenteuer, bei dem von einer Diebesbande Teile des Planetenmodells aus der magischen Universität gestohlen wurden. Unser Held soll das Diebesgut zurück bringen und das Modell reparieren. Ist dies nach einer guten Viertelstunde Spielzeit vollbracht, stehen unserem Helden die Türen des Planetariums offen. Hier gibt es ein paar nette grafische Extras zu bewundern und außerdem können die Attributspunkte unseres Helden aufgebessert werden. Die größte Neuerung, nach der auch die Erweiterungs-DVD benannt wurde, ist aber "Die Ritter der Neun". Hier begibt sich der Spieler auf die Suche nach neun mächtigen Artefakten, eine Mitteilung führt ihn allerdings zunächst in die Kirche von Leawiin.
Dort zieht sich eine Blutspur quer durch das Gemäuer. Ein Prophet erzählt von den Taten des Ritters Pelinal Weißplankes, dessen Ausrüstung nach seinem Tod quer über das Land verstreut wurde. Unser Held muss nun zunächst neun Schreine aufsuchen, ist dies erfolgreich gemeistert, müssen in einer Abtei geisterhafte Kreuzritter besiegt werden. Auf der dann folgenden Reise muss unser Held die verschiedenen Rüstungsteile finden und am Ende gegen den daedrischen Fürsten kämpfen.
Fazit
Alles in allem bietet die Oblivion-Erweiterung wieder eine tolle Grafik, ist aber für den Preis von rund 20 Euro zu mager bestückt. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Add-Ons über das Internet einzeln sogar günstiger gekauft werden können, als zusammengepackt auf der "Knights of the Nine"-DVD. außerdem wurde die deutsche Version nur teilweise übersetzt, einige Passagen sind auf deutsch, andere wiederum auf Englisch. Von einer offiziellen Spiele-Erweiterung darf der Käufer eigentlich mehr erwarten. Insgesamt bietet die Erweiterung rund zehn Stunden zusätzliches Spielvergnügen.

(Denise Bergfeld)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang