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test.de: Warentest-Portal steigert Paywall-Umsatz um 20 Prozent

Während die Zeitungsbranche noch über Vor- und Nachteile von "Paywalls" diskutiert, sind Bezahlschranken bereits seit mehr als einem Jahrzehnt Teil des Online-Portals der "Stiftung Warentest". Im vergangenen Jahr konnte der Umsatz erneut gesteigert werden.

06.01.2013, 16:01 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

"Paywalls" werden gemeinhin mit Online-Portalen großer Tageszeitungen oder Magazine in Verbindung gebracht. Eine der ältesten Bezahlschranken in Deutschland findet sich allerdings keineswegs bei einer klassischen journalistischen Publikation, sondern auf test.de, dem Internet-Portal der "Stiftung Warentest". Seit 12 Jahren bietet die Prüforganisation dort Inhalte im Einzelabruf oder im Rahmen einer Monats- beziehungsweise Jahres-Flatrate gegen Gebühr an – mit Erfolg. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 20 Prozent gegenüber 2011, teilte die Stiftung am Donnerstag mit.

Einnahmen von 2,7 Millionen Euro

Demnach lagen die Einnahmen insgesamt bei 2,7 Millionen Euro. Die Anzahl der Seitenbesuche (Visits) stieg analog ebenfalls um ein Fünftel und erreichte die Marke von 56 Millionen. Für test.de-Chefredakteur Andreas Gebauer ist dies Ausdruck eines überzeugenden Angebots. "Mit den richtigen Inhalten und dem richtigen Konzept funktioniert Paid Content. Die aktuellen Zahlen von test.de zeigen das eindrücklich", so Gebauer. Auch in den vergangenen Jahren seien zweistellige Umsatzsteigerungen verzeichnet worden.

Einzelne aktuelle Testergebnisse kosten durchschnittlich 2 Euro. Eine Monats-Flatrate mit Vollzugriff auf alle Inhalte ist für 7 Euro zu haben, ein Jahr wird mit 50 Euro abgerechnet. Rabatt erhalten zudem Abonnenten der Printausgaben von "test" und "Finanztest": Sie zahlen jährlich 25 Euro oder nichts, wenn sie beide Zeitschriften gleichzeitig beziehen. Allerdings ist die Nutzerzahl noch überschaubar: Derzeit verfügen lediglich mehr als 20.000 Interessenten über eine test.de-Flatrate. Neben Testberichten können diese ebenfalls in 18 Produktdatenbanken stöbern und vor Neuanschaffungen beispielsweise hunderte Digitalkameras und Fernseher oder dutzende Smartphones miteinander vergleichen. Gleiches gilt etwa für Medikamente oder Geldanlagen.

Auf Werbung wird zur Finanzierung des Angebots aus Neutralitätsgründen vollständig verzichtet. Das Geschäftsmodell der "Stiftung Warentest" basiert zu annähernd 90 Prozent auf dem Verkauf eigener Publikationen, die übrigen Teile stammen auf Stiftungskapital und Zuschüssen des Verbraucherschutzministeriums. Gegründet wurde die Organisation 1964 auf Betreiben des Deutschen Bundestages. Ihr Auftrag ist die wissenschaftliche Prüfung von Produkten und Dienstleistungen, um dem Verbraucher unabhängige Orientierung zu bieten.

(Christian Wolf)

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