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Test: Belief & Betrayal – Das Medaillon des Judas

Das neue Adventure "Belief & Betrayal – Das Medaillon des Judas" entführt in eine Welt von Verschwörungen, kirchlichen Geheimbünden und sagenumwitterten Artefakten.

13.04.2007, 12:01 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Spätestens seit den Bestsellern Sakrileg und Illuminati von Dan Brown sind Kirchenverschwörungen und Geheimorganisationen dankbarer und vor allem spannender Romanstoff. Die Thematik eignet sich aber nicht nur für Bücher, wie ein neues Computerspiel beweist. Das Adventure "Belief & Betrayal – Das Medaillon des Judas" entführt PC-Spieler in eine Welt von Verschwörungen, kirchlichen Geheimbünden und sagenumwitterten Artefakten. Die Redaktion hat das Spiel getestet.
Geheimnis um Onkel Frank
Ein ganz normaler Tag im Leben des Jonathan Danter. Hier beginnt die Geschichte von Belief & Betrayal. Jonathan muss sich normalerweise keine Sorgen machen. Er wohnt in einem Loft auf der West Side von Manhattan, hat Geld wie Heu und arbeitet - damit ihm zwischenzeitlich nicht langweilig wird - als Redakteur beim Boulevard-Blatt Manhattan Mirror. Jonathan schreibt Sensationsmeldungen und seine Probleme beschränken sich auf Konflikte mit berühmten Leuten. Bis an einem grauen Novembertag sein Telefon klingelt.
Als Jonathan abhebt, ahnt er noch nicht, welches gefährliche Abenteuer ihn erwartet. Der Anrufer – ein Inspektor von Scotland Yard – teilt ihm mit, dass die Polizei in London seinen Onkel Frank ermordet aufgefunden hat. Jonathan hatte immer geglaubt, Frank sei seit zehn Jahren tot. Als er von dem Begräbnis seines Onkels zurückkehrt, wird er in seiner Wohnung von einem unbekannten Einbrecher angegriffen. Es gelingt ihm, den Eindringling zu vertreiben. Jonathan nimmt sich des Falls um seinen ermordeten Onkel an und entdeckt immer mehr Verbindungen.
In London, Venedig und Rom versucht der junge Jonathan Danter, den rätselhaften Tod seines Onkels aufzuklären. Er kommt einer Verschwörung auf die Spur, die sich durch die Jahrhunderte zieht bis zurück zu dem Tag, an dem Judas 30 Silberlinge für den Verrat an Jesus erhielt. Der Spieler steuert klassisch per Point & Click mit dem Mauszeiger durch die virtuelle Welt. Mit der linken Maustaste setzt sich die Figur in Bewegung, mit der rechten Maustaste kann der Spieler Gegenstände benutzen. Für gelungene Abwechslung sorgt, dass nicht nur die Hauptfigur Jonathan vom Spieler zu steuern ist, sondern auch andere Figuren, wie etwa Kathrin McKendal, die Jonathan zur Seite steht. Für ein Adventure neu ist, dass die vom Spieler gesteuerten Figuren mit einem PDA nun auch untereinander kommunizieren können und auch müssen, denn für so manches Rätsels Lösung ist dies erforderlich. Lässt der Spieler Jonathan nun etwa ein Foto machen, kann er die Aufnahme mit dem mobilen Communicator auch an Kathrin schicken. Etwas nervig ist, dass der Spieler manche Gegenstände mehrmals anklicken muss, um ihnen auch die letzten Geheimnisse zu entlocken. Eine Müllkiste am Straßenrand etwa fördert erst nach mehrmaligem Treten eine Weinflasche zutage.
Keine harten Kopfnüsse
Die Rätsel schwanken zwischen kinderleicht bis mittelschwer, wobei auch die schwereren Aufgaben für eingefleischte Adventure-Freaks schnell zu lösen sein dürften. Zahlreiche Rätsel beschränken sich allerdings darauf, dass Gegenstände gefunden werden müssen, damit die Geschichte weiter ihren Lauf nimmt. Gegen Ende tauchen auch öfters Rätsel auf, bei denen Gegenstände miteinander kombiniert werden müssen.
Wer allerdings harte Kopfnüsse bevorzugt, ist bei Belief & Betrayal fehl am Platz. Wer dennoch an einer Stelle mal nicht weiter weiß, dem hilft ein Druck auf die Leertaste und alle interaktiven Gegenstände im Raum werden angezeigt. Die Gesamtspielzeit von Belief & Betrayal ist recht kurz gehalten. In rund zehn Stunden sind alle Rätsel gelöst und das Spiel bereits durchgespielt. Dafür ist der Preis für das Spiel aber auch angemessen. Während aktuelle neue Spieletitel gut und gerne zwischen 50 und 60 Euro kosten, werden für Belief & Betrayal rund 27 Euro fällig.
Die Hintergrundgrafik im Adventure-Game ist atmosphärisch und gelungen. Die Animation der Spielfiguren hingegen leider nicht. Die Figuren sind zwar schön detailreich umgesetzt, die Bewegungen wirken aber hölzern und unnatürlich. Pluspunkte gibt es hingegen für die professionelle Vertonung. Profi-Sprecher und klangvolle Orchestermusik lassen das Spiel lebendig erscheinen. Dennoch lassen die im Spiel befindlichen Figuren an Witz und Tiefe missen. Lediglich Jonathans bissige Kommentare bringen den Spieler ab und zu zum Schmunzeln. An aktuelle Adventure-Titel, wie Runaway 2 oder Baphomets Fluch 4 kommt Belief & Betrayal leider nicht heran.
Fazit
Belief and Betrayal wird Fans von Verschwörungsstorys mit seiner Geschichte fesseln. Die meisten anderen Adventure-Fans dürften das PC-Spiel aber höchstens als durchschnittlich bewerten. Zu sehr stören einfallslose Rätsel, die meist nur im Finden von Gegenständen bestehen. Zwar müssen ab und zu auch Gegenstände miteinander kombiniert werden, einige dieser Kombinationsrätsel sind aber unlogisch. Die Animationen hätten zudem um einiges schöner gestaltet werden können. Positiv aufgefallen sind hingegen die detaillierten und schön gestalteten Hintergründe sowie die professionelle und lebendige Synchronisation. Das Spiel ist trotz einiger unlogischer Rätsel vor allem für Adventure-Neulinge zu empfehlen, da das Rätselniveau für hart gesottene und anspruchsvolle Adventure-Fans zu leicht sein dürfte.

(Denise Bergfeld)

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