Terabit DSL

Terabit-Speed per Kupferkabel in zwei bis drei Jahren möglich?

DSL-Pionier John Cioffi hat ein Konzept für Terabit DSL vorgestellt, das Bandbreiten von bis zu 1 Tbit/s über bestehende Kupferkabel ermöglichen soll. Die Technologie könnte den Breitbandausbau revolutionieren, Glasfaserausbau bis ins Haus sei nicht mehr erforderlich.

Geschwindigkeit© FotoMak / Fotolia.com

San Jose – Die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl) setzt weiterhin auf das klassische Kupferkabel. Doch technisch sind die darüber realisierbaren Bandbreiten begrenzt. Per DSL lässt sich mit bis zu 16 Mbit/s surfen, bei Einsatz von Vectoring lassen sich VDSL-Anschlüsse auf bis zu 100 Mbit/s beschleunigen. Der Nachfolgestandard Supervectoring verspricht Surfgeschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s und mit G.fast soll sogar Gigabit-Speed erreichbar sein. Wenn es nach DSL-Pionier John Cioffi geht, der in den 80er Jahren mit seinen Forschungen bereits die Grundlagen für DSL legte, sollen sich mit einer von ihm entwickelten neuen Technologie laut Bericht von "EE Times" jedoch Bandbreiten von bis zu 1 Terabit/s realisieren lassen.

Luftspalten in Kupferkabeln für drahtlose Signale nutzen

Auf einem kürzlich in Paris veranstalteten G.fast-Kongress hatte Cioffi, emeritierter Professor der Stanford Universität, seine Idee für Terabit DSL (TDSL) vorgestellt. Dabei sollen in den kleinen Luftspalten innerhalb der Kabel drahtlose Signale mit 50 bis 600 GHz gesendet werden. Dadurch sollen sich Download-Bandbreiten von 1 Tbit/s über eine Distanz von 100 Metern realisieren lassen. Bei einer Strecke von 300 Metern soll noch bis zu 100 Gbit/s möglich sein, bei 500 Metern falle die Bandbreite auf immerhin noch 10 Gbit/s. Damit könnten sich laut Cioffi bis zu 1.000 Mal höhere Bandbreiten als mit klassischem DSL erreichen lassen. In der Praxis könnten die Geschwindigkeiten vielleicht um 10 bis 25 Prozent geringer ausfallen, dennoch würde dies dann immer noch eine erhebliche Verbesserung bedeuten.

Hohe Kosteneinsparungen - TDSL in drei Jahren marktreif?

Ein Glasfaserausbau bis in die Gebäude sei dann nicht mehr zwingend erforderlich. Die Einsparungen wären enorm. Statt Kosten von 4.000 US-Dollar zur Anbindung eines einzelnen Hauses per Glasfaser, würde eine Versorgung über eine Glasfaser/TDSL-Leitung nur rund 200 US-Dollar kosten. Auch die Kosten für die schnelle Anbindung von 5G-Mobilfunkstationen könnten drastisch reduziert werden. Bislang hat Cioffi seine Idee aber nur als Computer-Modell realisiert. Er schätzt jedoch, dass sich das Konzept in zwei bis drei Jahren vermarkten lasse.

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Jörg Schamberg

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