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Tempolimit: Netzagentur stellt Telekom zur Rede

Auch die Bundesnetzagentur kritisiert die umstrittenen Drosselungs-Pläne der Telekom. Nicht Reduktion, sondern Ausbau sei die Antwort auf steigenden Bedarf an Datenvolumen. Außerdem stellte sie ihren Jahresbericht 2012 vor.

06.05.2013, 16:01 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Bundesnetzagentur fordert von der Deutschen Telekom rasche Klarheit über die Tempo-Bremse beim Festnetz-Internet. In einem Brief hat der Präsident der Behörde, Jochen Homann, Telekom-Chef René Obermann bis Mitte Mai um genaue Auskunft in der Frage gebeten.

Ausbauen statt drosseln

"Wenn wir die Antworten bekommen haben, werden wir mit der Deutschen Telekom ein Gespräch über die Volumendrosselung führen", sagte Homann am Montag bei Vorlage des Jahresberichts 2012 seiner Behörde. Bei Problemen im Netz gehe es nicht darum, das Tempo zu drosseln, sagte Homann. Die gute Strategie sei, das Netz auszubauen. Darüber werde im Gesamtzusammenhang mit der Telekom zu sprechen sein.

Die Telekom hatte zunächst für Neukunden monatliche Daten-Obergrenzen für Festnetz-Flatrates eingeführt, ab denen die Internet-Geschwindigkeit drastisch gedrosselt werden darf. Die Tempo-Bremse soll allerdings frühestens im Jahr 2016 greifen. Der Konzern verweist auf die hohen Kosten für den Netzausbau und das stetig steigende Daten-Volumen.

Mehr Mobiles Netz, weniger DSL

Zentrale Themen des Jahresberichtes 2012 sind unter anderem der sinkende Anteil von DSL-Anschlüssen. Parallel wächst der Bedarf an Datenvolumen beim mobilen Internet.

Von den 28 Millionen Breitbandanschlüssen Ende 2012 liegt DSL mit 23,3 Millionen und einem Anteil von 83 Prozent weiterhin technologisch an der Spitze. Dennoch sei die Zahl der DSL- Anschlüsse erstmals seit Einführung der Technologie rückläufig, denn im Vorjahr habe die Agentur noch 23,5 Millionen verzeichnet.

Die Kabelnetze haben hingegen Zuwachs zu verzeichnen: Zum Jahresende nutzten rund 4,4 Millionen Kunden Breitbandanschlüsse der Kabelnetzbetreiber – eine Steigerung um 800.000. Reine Glasfaseranschlüsse hingegen sind bisher kaum verbreitet.

Nach wie vor würden die möglichen Bandbreiten von den Kunden kaum ausgeschöpft. "Die Unternehmen bieten zunehmend Geschwindigkeiten von mindestens 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) an." Trotzdem nutzen noch ca. 60 Prozent der Breitbandkunden Bandbreiten von weniger als 10 Mbit/s, obwohl höhere Bandbreiten verfügbar seine, so die Bundesnetzagentur.

Auch das mobile Breitband befindet sich dem Jahresbericht zufolge weiter im Aufwind. Der wachsende Datenverkehr bringe die Mobilfunknetze allerdings an ihre Grenzen: 2012 wurden rund 140 Millionen Gigabyte übertragen. Das Datenvolumen hat sich damit noch einmal deutlich erhöht.

(Dorothee Monreal)

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