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teltex beantragt Insolvenzverfahren

Update: T-Mobile, Vodafone und E-Plus sichern betroffenen Kunden Unterstützung zu. Allerdings wird jeder Einzelfall überprüft.

Smartphone© goodluz / Fotolia.com
Und wieder hat es einen Mobilfunk-Onlineshop erwischt: Der in der Vergangenheit unter anderem durch von Grundgebühren befreite Mobilfunkangebote in Erscheinung getretene Anbieter teltex hat beim Amtsgericht Baden-Baden den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.

teltex offline

Unsere Redaktion erreichten während der vergangenen Wochen in unregelmäßigen Abständen E-Mails, in denen empörte Kunden darüber berichteten, dass versprochene Gebührenerstattungen von teltex nicht ausgezahlt würden. Daraus resultierend wurde immer offener darauf spekuliert, dass der Händler zahlungsunfähig sei. Von offizieller Seite wurde dies zwar immer wieder dementiert, spätestens seitdem die Firmen-Homepage vor einigen Tagen vom Netz genommen wurde, deutete sich das Schicksal des Online-Händlers aber mit deutlichen Zeichen an.

Noch keine konkreten Informationen

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Ferdinand Kießner aus Achern bestellt. Auf Anfrage von onlinekosten.de erklärte der für das Insolvenzverfahren zuständige Sachbearbeiter, dass aktuell noch keine konkreten Angaben über den Ablauf des Insolvenzverfahrens gemacht werden könnten. Zwar seien zu Hochzeiten bis zu 5.000 Verträge monatlich abgeschlossen worden, von ausbleibenden Rückzahlungen seien aber voraussichtlich nur einzelne Kunden betroffen. Update 03. August 2005: Informationen für Betroffene

Offenbar sind von der Pleite des Mobilfunk-Onlineshops teltex mehr Kunden betroffen, als zunächst angenommen wurde. Zahlreiche von der Insolvenz betroffene teltex-Kunden wandten sich in den vergangenen zwei Wochen per E-Mail an unsere Redaktion, um in Erfahrung zu bringen, wie es um die noch ausstehenden teltex-Zahlungen bestellt sei.

Gericht lässt sich Zeit

Wir haben uns mit dem zuständigen Insolvenzverwalter Dr. Ferdinand Kießner, der bei der unter anderem auf Insolvenzverfahren spezialisierten Kanzlei Schultze & Braun tätig ist, in Verbindung gesetzt, um die aufkommenden Fragen beantworten zu können. Nach Ausführungen von Dr. Kießner befindet sich das Insolvenzverfahren noch im Eröffnungsstadium. Das heißt, das Insolvenzgericht hat über den Eigenantrag der teltex-Geschäftsleitung zur Einleitung eines Insolvenzverfahrens noch nicht entschieden. Derzeit sei noch offen, ob tatsächlich ein Verfahren eröffnet werde. Sollte dies aber geschehen, können alle Gläubiger, also alle Kunden, die von teltex noch Geld erwarten, Forderungen anmelden. Bis dahin heißt es also für alle Beteiligten, sich in Geduld zu üben.

Sobald sich in Sachen teltex Neuigkeiten ergeben, werden wir Sie darüber selbstverständlich an dieser Stelle informieren. Außerdem erklärte uns Dr. Kießner, dass zu gegebener Zeit über die Kanzlei-Homepage eine Information für die Gläubiger veröffentlicht werde. Update 16. August 2005: Wie geht es für ehemalige Kunden weiter?

Während das zuständige Insolvenzgericht auch knapp einen Monat nach dem durch teltex eingereichten Insolvenzantrag noch nicht über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens entschieden hat, stellt sich für betroffene Kunden eine ganz andere Frage: Gibt es eine Chance, an die durch teltex noch ausstehenden Guthabenerstattungen zu kommen?

Grundsätzlich gilt: Sämtliche Forderungen müssen gegenüber teltex eingefordert werden. Dies ist aber wie von onlinekosten bereits berichtet, nicht möglich, solange das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet wurde. Wir haben daher bei den drei großen Mobilfunkern T-Mobile, Vodafone und E-Plus nachgefragt, wie die großen Provider mit ehemaligen teltex-Kunden umgehen und haben zum Teil erfreuliche Neuigkeiten.

Vodafone, T-Mobile und E-Plus sichern Unterstützung zu

Alle drei Anbieter versicherten auf unsere Anfrage, dass sie teltex-Kunden nicht im Regen stehen lassen würden. Vodafone lies uns wissen, dass alle teltex-Kunden bereits kontaktiert worden seien. Ohne konkrete Details zu nennen seien "kulante Lösungen" gefunden worden, so eine Unternehmens-Sprecherin.

In ein ähnliches Horn bläst man auch bei T-Mobile. "Mit unzufriedenen teltex-Kunden ist uns nicht geholfen", erklärte eine Sprecherin der Telekom-Tochter in Bonn. Man sei bemüht, einen erträglichen Weg und passende Lösungen zu finden. Da T-Mobile nicht eigentlicher Vertragspartner sei, gelte es aber jeden Einzelfall zu prüfen.

Unterstützung können auch E-Plus-Kunden erwarten. Von Seiten der Düsseldorfer heißt es, dass alle Ansprüche grundsätzliche zunächst gegenüber teltex durchzusetzen seien. "Parallel können teltex-Kunden sich gern an die E-Plus-Kundenbetreuung wenden. Hier kann dann nach Betrachtung des jeweiligen Einzelfalls weiter geholfen werden. E-Plus hat sich bereit erklärt, diese Kunden entsprechend zu unterstützen."

(Hayo Lücke)

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