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Telekomsektor wird EU-weit untersucht

Niederländische EU-Kommissarin will über eine umfassende Untersuchung mögliche Wettbewerbshindernisse aufdecken.

21.06.2006, 10:43 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Europäische Telekommunikationskonzerne müssen sich auf kartellrechtliche Überprüfungen einstellen. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, will die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres eines umfassende Untersuchung einleiten, um mögliche Wettbewerbshindernisse aufzudecken. Telekommunikation sei ein herausfordernder Bereich für eine solche Untersuchung, so die Aussage von Kreos.
Um starten zu können, wird es aber noch einige Zeit dauern. Zunächst müssten die derzeit laufenden Prüfungen der Märkte für Energie und Finanzdienstleistungen abgeschlossen werden. Hier war von Kroes eine Prüfung bereits im vergangenen Sommer eingeleitet worden. Vor wenigen Wochen durchsuchte die Brüsseler Behöre in einer Großrazzia eine Reihe von Energieunternehmen, darunter deutsche Konzerne wie Eon. Die Kommission vermutet Verstöße gegen das EU-Kartellrecht.
Bei einer Verurteilung drohen hohe Strafen
Für betroffene Unternehmen könne eine Untersuchung durch die EU ernste folgen haben, schreibt die Zeitung weiter. Die Europäische Kommission könne auf Basis der Ergebnisse Kartellverfahren gegen einzelne Konzerne einleiten, die eine marktbeherrschende Stellung missbrauchen oder illegale Absprachen treffen. Bei einer Verurteilung drohen hohe Geldbußen. Im Ernstfalle könne die Kommission bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes verlangen.

(Hayo Lücke)

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