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Telekommarkt: Preiskampf sorgt für Übernahmen

Laut einer aktuellen Studie von PricewaterhouseCoopers wird insbesondere der harte Wettbewerb zwischen Festnetzbetreibern und Kabelgesellschaften zu weiteren Fusionen führen.

20.03.2010, 09:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Übernahme der deutschen Kabelgesellschaft Unitymedia durch den US-amerikanischen Investmentsfonds Liberty Global deutete das Ende der Talfahrt bei den Übernahmeaktivitäten im Telekommunikationsmarkt an. Für das laufende Jahr erwartet die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) eine fortschreitende Konsolidierung des Marktes.

M&A-Volumen in Europa stark eingebrochen

Laut der aktuellen PwC-Studie "M&A Insights Telecoms Sector 2010" (Mergers & Acquisitions, Fusionen & Zukäufe) stieg 2009 das Volumen der veröffentlichten Kapitalbeteiligungen, Übernahmen und Fusionen in Deutschland leicht auf 5,7 Milliarden Euro (2008: 5,6 Milliarden Euro). Ohne den Kauf von Unitymedia für 3,5 Milliarden Euro wäre der Transaktionswert jedoch wie im europäischen Trend stark gesunken. In der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) brach das M&A-Volumen gegenüber dem Vorjahr um 55 Prozent auf rund 22,7 Milliarden Euro ein.

Die Übernahme der in Nordrhein-Westfalen und Hessen tätigen Kabelgesellschaft durch Liberty Global sei die mit Abstand größte Transaktion in der gesamten EMEA-Region gewesen. Weitere wichtige Transaktionen unter deutscher Beteiligung waren die Übernahme von HanseNet (Alice) durch die spanische Telefónica (o2) für 900 Millionen Euro und der Erwerb einer Beteiligung an der griechischen Gesellschaft Hellenic Telecoms (OTE), für die die Deutsche Telekom 674 Millionen Euro bezahlte.

Weitere Eigentümerwechsel in Deutschland

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas ist der deutsche Festnetzmarkt stark fragmentiert. Neben den großen, integrierten Netzbetreibern gibt es auch zahlreiche kommunale Telefongesellschaften und die regional aktiven Kabelgesellschaften. Insbesondere der harte Wettbewerb zwischen den Festnetzbetreibern und Kabelanbietern, die sowohl um Telefon- und Internet- als auch Fernsehkunden konkurrieren, dürfte zu weiteren Übernahmen und Fusionen führen.

"Zwar ist aus wettbewerbsrechtlichen Gründen in naher Zukunft nicht mit einem Zusammenschluss aller Kabelgesellschaften zu einem bundesweiten Anbieter zu rechnen, dennoch wird es weitere Eigentümerwechsel geben", kommentiert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC. Bereits angekündigt sei beispielsweise der Teil-Börsengang von Kabel Deutschland, der dem Finanzinvestor Providence einen Erlös von bis zu 880 Millionen Euro einbringen könnte. Die Konsolidierung innerhalb Europas werde weitergehen. So könnten die Mobilfunkgesellschaften durch die teilweise Zusammenlegung ihrer Netze erhebliche Betriebs- und Investitionskosten sparen. Auch Kooperationen bei der Umstellung des Festnetzes auf Glasfaserkabel seien sinnvoll.

Osteuropa und Afrika im Fokus

Die Sättigung der europäischen Märkte lässt die Telekommunikationsbranche aber verstärkt nach Wachstumschancen in Osteuropa, insbesondere Russland, und Afrika suchen. Vor allem in Südafrika, wo die Netz-Infrastruktur vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 stark verbessert wurde, dürfte die Nachfrage nach Telefon- und Internetdienstleistungen laut PwC weiter steigen.

(Michael Posdziech)

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