Nach Vectoring-Entscheidung

Telekom: "Wir sind die Glasfaser-Company in Deutschland"

Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Telekom, hat die Wettbewerber des Bonner Konzerns scharf kritisiert. Deren Gejaule passe nicht in die Zeit. Die Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur sei ein "Supertag für Deutschland".

Jörg Schamberg, 02.09.2016, 12:31 Uhr
Deutsche Telekom Niek Jan van DammeNiek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Telekom, kritisierte auf der IFA-Pressekonferenz die Wettbewerber.© Deutsche Telekom AG

Berlin – Die Pressekonferenz der Deutschen Telekom (www.telekom.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) auf der IFA nutzte Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef des Bonner Konzerns, nicht nur zur Vorstellung von neuen Produkten. Der Telekom-Manager nahm auch Stellung zur finalen Vectoring-Entscheidung der Bundesnetzagentur, die die Regulierungsbehörde am Donnerstag bekanntgegeben hatte. "Das ist ein Supertag für Deutschland", freute sich van Damme über das grüne Licht für den von der Telekom beantragen VDSL2-Vectoring-Ausbau im Nahbereich der rund 8.000 Hauptverteiler in Deutschland. Die Branchenverbände VATM, BREKO und BUGLAS hatten die Entscheidung der Bonner Behörde in einer gemeinsamen Stellungnahme dagegen als einen schwarzen Tag für den Glasfaserausbau in Deutschland kritisiert.

Vectoring ist keine überholte Technik

Niek Jan van Damme zeigte sich erstaunt über die seit etlichen Monaten anhaltende Kritik der Wettbewerber, die mit zu den größten Telekom-Kunden gehörten. Deren Gejaule passe nicht wirklich in die Zeit. Es sei gut, wenn nach dieser Entscheidung nun Ruhe herrsche. Denn Vectoring sei keineswegs eine überholte Technik, sondern basiere ebenfalls auf Glasfaser. "Wir sind die Glasfaser-Company in Deutschland", betont der Deutschland-Chef der Telekom.

Das Glasfasernetz des ehemaligen Monopolisten komme auf einer Länge von 400.000 Kilometer. In den vergangenen fünf Jahren seien 120.000 Kilometer Glasfasern neu verlegt worden. Fünf Millionen Telekom-Kunden würden bereits glasfaserbasierte Anschlüsse nutzen. Alleine in diesem Jahr hätte der Bonner Konzern bereits 1,2 Millionen Kunden für diese Anschlüsse gewinnen können. Allerdings berücksichtigt die Telekom hier auch VDSL-Anschlüsse. Mit Vectoring könne das Unternehmen seinen Kunden schnell Internet-Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s bereitstellen. Würde die Telekom dagegen nur auf FTTH setzen, würde der Ausbau so lange dauern, dass die letzten Kunden auch 2025 noch nicht versorgt sein würden.

van Damme: "Wir reden nicht nur, wir bauen"

Nach der Vectoring-Entscheidung verspricht van Damme: "Wir bauen aus". Am Anfang der Woche hatte die Telekom der Bundesnetzagentur eine verbindliche Ausbauverpflichtung vorgelegt. Der Telekommunikations-Riese will alle Nahbereiche mit Vectoring erschließen. Das bedeute, dass sechs Millionen Haushalte in diesen Bereichen schnelle Internetanschlüsse auf Basis von VDSL2-Vectoring erhalten würden. Die Wettbewerber würden die Telekom-Produkte nutzen und ihrerseits viel versprechen. So wollten sie selber ausbauen. Doch die wenigsten würden abliefern, was sie versprochen hätten.

Van Damme bedauert, dass durch den Widerstand der Wettbewerber und durch das lange Regulierungsverfahren viel Zeit verloren gegangen sei. Die Kunden hätten länger warten müssen. Doch nun gelte: "Wir reden nicht nur, wir bauen". Für den Ausbau im Nahbereich investiere die Telekom eine Milliarde Euro.

Ob das letzte Wort in Sachen Vectoring jedoch wirklich schon gesprochen ist, wird sich zeigen. Denkbar ist, dass Wettbewerber gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur klagen werden.

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