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Telekom will Tochtergesellschaften verkaufen

Die Telekom will sich ihrer französischen Tochter Club Internet entledigen. Grund sind hohe Verluste. Das berichtet das "Handelsblatt".

12.02.2007, 13:04 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die deutsche Telekom AG denkt über einen Rückzug aus dem Privatkundengeschäft in Frankreich nach. Das meldet das "Handelsblatt". Auch spanische Dependancen könnten verkauft werden. Grund für die Verkäufe der Tochtergesellschaften sind Unrentabilität sowie die Sanierung der Konzernfinanzen.
Neue Strategie für den Konzern
Der neue Telekom-Chef René Obermann arbeitet an einer neuen Strategie für den Telekommunikations-Konzern. Telekom-Kreisen zufolge würden besonders die Auslandsbeteiligungen strategisch überprüft. In Frankreich und Spanien fährt die Telekom besonders herbe Verluste ein, weshalb die Tochterunternehmen für das Privatkundegeschäft in diesen Ländern verkauft werden könnten, heißt es.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem französischen Tochterunternehmen Club Internet. Eine Verkaufsentscheidung könnte bereits in wenigen Wochen fallen. Die Bank Rothschild sei bereits beauftragt worden, den Verkauf vorzubereiten. Interesse von der Konkurrenz besteht ebenfalls. So haben sowohl die französischen Provider Free und Neuf Cegetel, als auch Telecom Italia und einige Fondsinvestoren Interesse an Club Internet.
Neuf Cegetel sammelt die Reste
Club Internet hat zurzeit 300.000 Kunden und könnte für einen Preis von etwa 300 Millionen Euro über den Tisch gehen. Einer der Kaufinteressenten, die Vivendi-Tochter Neuf Cegetel, hatte bereits im vergangenen Oktober die französische AOL-Tochter für 288 Millionen Euro gekauft. Diese hatte eine halbe Millionen Kunden.
Mit dem Verkauf der französischen Tochter könnte die Telekom viel Geld verbrennen. Club Internet war im Jahr 2000 von der Telekom zu einem Preis von 1,4 Milliarden Euro per Aktientausch gekauft worden. Zudem hat die Telekom im Lauf der Jahre rund 600 Millionen Euro in die Netzstruktur der französischen Tochter investiert. Auch wenn ein Großteil der Investitionen inzwischen durch Abschreibungen wieder herausgekommen ist, wären doch zahllose Millionen aus Aktionärsgeldern verloren.

(Christian Rentrop)

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