Neue Verlegeverfahren

Telekom will Glasfaserausbau mit Trenching-Verfahren beschleunigen

Statt klassischem Tiefbau will die Deutsche Telekom beim Glasfaserausbau künftig häufiger auf das sogenannte Trenching-Verfahren setzen, das günstiger und schneller ist. Wie Trenching funktioniert, erklärt die Telekom jetzt auf ihrem YouTube-Kanal.

Telekom Micro-Trenching© Deutsche Telekom AG

Bonn – Die Deutsche Telekom (www.telekom.de) will zukünftig beim Glasfaserausbau verstärkt auf das sogenannte Trenching-Verfahren setzen. Beim Breitbandausbau soll es immer häufiger eingesetzt werden, um den Glasfaserausbau zu beschleunigen. In Xanten kam jetzt eine Frästechnik zum Einsatz, wie die Telekom auf ihrem YouTube-Kanal berichtete.

Trenching per Säge- oder Frästechnik

Trenching, bei dem ein schmaler Schlitz in Straße oder Bürgersteig zur Verlegung der Glasfaserkabel dient, kann auf verschiedene Weise eingesetzt werden. Bereits vor einem Jahr nutzte die Telekom etwa eine Sägetechnik. Darunter fällt zum einen das Nano-Trenching mit einer Fugenbreite von 1,5 bis 5 Zentimeter sowie einer Fugentiefe von 5 bis 12 Zentimeter. Zum anderen werden auch beim Micro-Trenching Asphalt und Bordsteinplatten zersägt. Hier werden jedoch Fugenbreiten von 2,5 bis 5 Zentimeter sowie Fugentiefen von 20 bis 25 Zentimeter genutzt.

Im Unterschied dazu stehen Mini- und Macro-Trenching, bei denen ein Fräsverfahren verwendet wird. Dabei werden Asphalt und Betonoberflächen zerfräst. Gehwegplatten müssen zuvor entfernt werden. Beim Mini-Trenching liegt die Schlitzbreite bei 8 bis 20 Zentimeter, die Schlitztiefe bei 25 bis 50 Zentimeter. Noch breitere Schlitze mit 14 bis 30 Zentimeter kommen beim Macro-Trenching zum Einsatz. Die Schlitztiefe kann bis zu 80 Zentimeter erreichen.

Trenching ermöglicht schnelle und kosteneffiziente Verlegung von Glasfasern

Laut Martin Philipp, Bereichsleiter Technik bei der Telekom, ist Trenching eine Methode, um Glasfaser schnell und kosteneffizient in der Erde zu verlegen. Auch die Anwohner sollen weniger von den Arbeiten beeinträchtigt werden. Bei einem klassischen Tiefbauverfahren würden für die Verlegung von Glasfaserkabeln in Xanten rund drei Wochen benötigt. Dank Trenching-Verfahren würde die Ausbauzeit auf drei bis vier Tage verkürzt. Nach Angaben von Martin Phillip sei Trenching etwa um den Faktor 5 schneller als herkömmliche Verfahren.

Kommunen zurückhaltend gegenüber neuen Verlegeverfahren

Der Glasfaserausbau werde dadurch günstiger, die Telekom könne auch Kommunen günstigere Angebote machen. Es müsse allerdings geschaut werden, dass das Trenching-Verfahren auch zur Oberfläche vor Ort passe. Die Kommunen seien gegenüber den neuen Verlegemethoden jedoch noch sehr zurückhaltend. Dies sei jedoch grundlos. Im Ausland würden Trenching-Verfahren bereits häufig genutzt. Dennoch seien die Trenching-Kapazitäten auf dem Markt begrenzt. Ein kurzfristiger Glasfaserausbau in vielen Kommunen sei daher in der Praxis nicht möglich.

Jörg Schamberg

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