Geschäft in Deutschland stagniert

Telekom wächst dank USA-Geschäft zweistellig - überraschend hoher Gewinn

Die Deutsche Telekom konnte ihren Konzernumsatz 2015 um 10,5 Prozent auf 69,22 Milliarden Euro steigern. Vor allem das Geschäft von T-Mobile in den USA boomt. Das Geschäft in Deutschland stagniert dagegen, in Europa sank der Umsatz sogar.

Jörg Schamberg, 25.02.2016, 09:35 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom© Deutsche Telekom AG

Bonn - Die Deutsche Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) wird immer abhängiger von ihrem einst ungeliebten US-Mobilfunkgeschäft. Im vergangenen Jahr sorgte die mit Milliarden aus Bonn aufgepeppelte T-Mobile US für prozentual zweistellige Umsatz- und Ergebnisanstiege, und auch im neuen Jahr setzt Telekom-Chef Tim Höttges auf das Geschäft in den USA. Während der deutsche Heimatmarkt auch nach der Konsolidierung in der Branche nur stagniert, bremst das Europageschäft weiter, wie die am Donnerstag vorgelegten Jahreszahlen des Bonner Dax-Konzerns zeigen. Auch die IT-Tochter T-Systems tut sich nach wie vor schwer.

Konzernumsatz wächst um 10,5 Prozent auf 69,22 Milliarden Euro

Auf Konzernebene stand dank des brummenden US-Mobilfunkgeschäfts beim Umsatz ein Plus von 10,5 Prozent auf 69,22 Milliarden Euro. Das war das stärkste Wachstum seit mindestens zehn Jahren, wenn Zukäufe nicht einbezogen werden, wie ein Sprecher sagte. "Die Deutsche Telekom war 2015 auf beiden Seiten des Atlantiks außerordentlich erfolgreich", sagte Vorstandschef Tim Höttges. Am Markt kamen die Zahlen gut an, auch die Dividende soll um 10 Prozent auf 0,55 Euro je Aktie steigen. Zu Handelsstart legte die T-Aktie etwas schwächer als der Markt 0,7 Prozent zu.

Wachstum fast allein aus den USA

Der Anstieg stammte aber vor allem aus den USA - wo auch der schwache Euro in der Umrechnung noch gehörig half. Ohne Wechselkurse und Zukäufe hätte das Plus 3 Prozent betragen. Das Deutschlandgeschäft konnte auf Jahressicht insgesamt lediglich 0,7 Prozent Plus verzeichnen. Im vierten Quartal gingen hier sowohl die Mobilfunkumsätze (-0,4%) als auch die Gesamterlöse wieder zurück, obwohl die Telekom in den drei Monaten 362.000 Mobilfunkvertragskunden hinzugewinnen konnte. In Europa gab der Umsatz um 2 Prozent nach, das bereinigte Ebitda ging um mehr als 3 Prozent zurück und war vor allem zum Jahresende schwach.

Absehbar bleibt das US-Geschäft der einzige nennenswerte Treiber beim ehemaligen Staatsmonopolisten. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte im vergangenen Jahr um 13,3 Prozent auf 19,91 Milliarden Euro zu - etwas mehr als von Analysten gedacht. In diesem Jahr soll es auch ohne Rückenwind vom Wechselkurs oder Zukäufe 21,2 Milliarden Euro erreichen. Das wäre ein Plus von 6,5 Prozent und etwas mehr als 2015 aus eigener Kraft erzielt wurde. In Deutschland und Europa bleibt das operative Ergebnis aber wohl stabil.

Überraschend hoher Gewinn

Der Umsatz soll auf vergleichbarer Basis dank des Kundenzustroms in den USA weiter zulegen - wie stark genau, das ließ die Telekom offen, allerdings soll es "deutlich" sein. In Deutschland werde weniger Geschäft mit margenschwacher Hardware dagegen für ein Umsatzminus sorgen, in Europa haben sich die Bonner eine Stabilisierung vorgenommen.

Auch unter dem Strich stand ein überraschend hoher und um 11,3 Prozent gestiegener Gewinn von 3,25 Milliarden Euro. Und das, obwohl die Telekom in diesem Jahr Sonderbelastungen von fast einer Milliarde Euro verkraften musste und im Vorjahr noch von Sondereffekten profitiert hatte. Bereinigt um diese Effekte hätte das Ergebnis sogar um knapp 70 Prozent zugelegt, rechnete der Konzern vor. Allein T-Mobile US - lange eher eine Kandidatin für rote Zahlen - hatte ihren Gewinn 2015 fast verdreifacht.

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