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Telekom-Vertrag mit dem VfL Wolfsburg vor Gericht

Volkswagen und Telekom müssen sich vor Gericht verantworten, weil es möglicherweise zu einer zu engen Verknüpfung zweier unabhängiger Verträge gekommen ist.

28.03.2013, 09:25 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom, einer der größten Sponsoren im deutschen Spitzensport, muss sich für Marketing-Aktivitäten beim VfL Wolfsburg vor Gericht verantworten. Laut eines Berichts der "Süddeutschen Zeitung" hat ein Gericht in Stuttgart Untersuchungen aufgenommen, die unter Umständen belegen werden, dass Mitarbeiter des Bonner Konzerns und des Wolfsburger Hauptsponsors Volkswagen korrupt gearbeitet haben. Der Vorwurf der Bestechung und Bestechlichkeit steht im Raum. Schon Anfang 2011 waren entsprechende Ermittlungen bekannt geworden.

Vertrag mit T-Systems verdächtig

Konkret werde gegen zwei Führungskräfte von VW und zwei ehemalige Manager und einen früheren Berater der Telekom-Tochter T-Systems ermittelt, schreibt die Zeitung. Im Mittelpunkt stehe ein inzwischen ausgelaufener Sponsoring-Vertrag von T-Systems, der mit dem VfL Wolfsburg ausgehandelt wurde. Vom Bundesliga-Club selbst ist allerdings niemand angeklagt.

Die "Süddeutsche" schreibt weiter, dass das Verfahren in Stuttgart die Grundsatzfrage klären soll, inwieweit Sport und Wirtschaft miteinander verknüpft werden dürfen. In der Anklageschrift heiße es, Volkswagen habe einen hochdotierten Vertrag mit T-Systems erst dann fortgeführt, als die Telekom-Tochter ihrerseits angekündigt hatte, als Sponsor beim VfL Wolfsburg zu verlängern. Dieser Vertrag habe ein Volumen von über vier Millionen Euro pro Saison gehabt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft war es aber nicht notwendig, einen Vertrag mit dem VfL Wolfsburg einzufädeln, um die Computersysteme bei VW zu pflegen.

Auch andere zweifelhafte Deals

Möglicherweise kein Einzelfall, denn laut Ermittlungsakten liege zumindest der Verdacht nahe, dass auch andere Sponsoren des VfL Wolfsburg nicht unbedingt freiwillig Partner des Werksclubs wurden. Bei VW weist man die Vorwürfe zurück.

(Hayo Lücke)

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