Fokus jetzt auf FTTH

Telekom verteidigt ihre Breitbandausbau-Strategie

Warum baut die Telekom erst jetzt zunehmend FTTH-Glasfaseranschlüsse und nicht schon seit Jahren? In einem Blog-Eintrag fordert die Telekom dazu auf, den Breitbandausbau einmal aus der Perspektive des Bonner Konzerns zu sehen.

Jörg Schamberg, 04.03.2021, 11:13 Uhr
Telekom Netzausbau Tiefbauarbeiten© Deutsche Telekom AG

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wird seit Jahren kritisiert. So gab es Vorwürfe von Rosinenpickerei und Kritik wegen des langen Festhaltens an VDSL/Vectoring über die kupferbasierten Anschlüsse. Und beim reinen Glasfaserausbau sei die Telekom bislang zu zögerlich gewesen. Warum die Telekom so baut, wie sie baut, erklärt der Bonner Konzern nun in einem Beitrag in seinem Firmenblog. Und bittet die Leser darum, den Breitbandausbau einmal aus der Perspektive der Telekom zu betrachten.

Telekom setzte auf VDSL-Speed für viele Haushalte

Die Telekom habe zunächst Glasfaser bis an die grauen Kästen am Straßenrand verlegt – in Form von Vectoring/FTTC. Erst in einem zweiten Schritt folge nun Glasfaser bis ins Haus (FTTH) – verstärkt auch in Kooperation mit anderen Anbietern. Das Bonner Unternehmen weist darauf hin, dass heute vielleicht acht Millionen Haushalte FTTH-Anschlüsse hätten, wenn die Telekom Glasfaser direkt ins Haus verlegt hätte. Der Rest der Kunden hätte dann nun aber vielfach nur Bandbreiten zwischen 6 bis 16 Mbit/s gehabt. Stattdessen könnten wegen der Bevorzugung von VDSL/Vectoring inzwischen mehr als 33 Millionen Haushalte einen Anschluss mit bis zu 100 Mbit/s buchen. Für mehr als 24 Millionen Haushalte würden Bandbreiten von bis zu 250 Mbit/s verfügbar sein. Die hohen Internetbandbreiten seien gerade in der Corona-Pandemie wegen Homeoffice und Homeschooling wichtig geworden.

Telekom baut verstärkt FTTH-Anschlüsse - Nachfrage hinkt dem Angebot hinterher

Zunehmend werde aber Glasfaser bis ins Haus verlegt. Im vergangenen Jahr seien rund 600.000 Haushalte mit Glasfaser versorgt worden. Bis zur Mitte des Jahrzehnts sollen es zehn Millionen FTTH-Haushalte sein. Dann sollen jährlich weitere 2,5 Millionen FTTH-Haushalte hinzukommen. Derzeit würde die Nachfrage aber noch deutlich hinterherhinken. Weniger als die Hälfte der Haushalte, bei denen FTTH oder FTTB verfügbar sei, würden die Glasfaseranschlüsse auch buchen.

Rahmenbedingungen in Deutschland erschweren den Glasfaserausbau

Wichtig seien aber auch die Rahmenbedingungen in Deutschland etwa bezüglich der Verlegung von Kabeln, die in anderen Ländern einfacher gelöst sei – etwa durch oberirdisch verlegte Leitungen. Im Mobilfunk würden Genehmigungsverfahren zwei Jahre und mehr dauern, bis ein Standort genehmigt sei. An 700 Standorten gebe es derzeit Probleme damit. Alle würden schnellen Mobilfunk wollen, aber keiner die dafür benötigte Mobilfunkantenne in der Nachbarschaft. Zudem sei der Wettbewerb in Deutschland in der TK-Branche hoch. Dies habe zu einer Senkung der Preise im Mobilfunk um 16 Prozent geführt, die Kosten für den Tiefbau seien aber um 23 Prozent gestiegen.

Das habe Folgen für die Ausbaukosten und auch für die Tarife. Der Anschluss eines Haushalts mit FTTH koste in Deutschland im Schnitt über 1.500 Euro. In anderen Ländern seien es lediglich 300 Euro. Bei Mobilfunktarifen sei Deutschland aber günstiger als viele andere westliche Länder. Daher liegen die Umsätze pro Kunde hierzulande im Schnitt nur bei einem Drittel von denen in den USA.

Wirklich beklagen dürfte sich die Telekom aber nicht: Im vierten Quartal 2020 erzielte der Telekommunikationskonzern einen Rekordumsatz von 101 Milliarden Euro und gewann viele Breitband- und Mobilfunkkunden hinzu.

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