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Telekom verteidigt DSL-Drosselung: "Wir finden das eine fairere Lösung"

Die Telekom wehrt sich gegen Kritik an den geplanten Bandbreitenbeschränkungen im Festnetz. "Die Deutsche Telekom steht für das freie und offene Internet", betonte ein Telekom-Sprecher am Freitag im Deutschlandfunk. Die EU-Kommission will die Telekom-Pläne nicht stoppen.

26.04.2013, 11:17 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom wehrt sich gegen Kritik an der geplanten DSL-Drosselung im Festnetz. "Wir finden das eine fairere Lösung", sagte Telekom-Sprecher Philipp Blank am Freitag im Deutschlandfunk. "Fakt bei uns ist: Drei Prozent der Kunden verursachen mehr als 30 Prozent des Datenvolumens. Das bedeutet für die Kunden, Lieschen Müller subventioniert bisher den "Heavy User"."

Kritik von Kunden und Bundesregierung

Blank verwies zur Begründung auch auf anstehende Milliarden-Investitionen in Breitbandnetze. Die Netzneutralität sei dadurch nicht gefährdet. "Die Deutsche Telekom steht für das freie und offene Internet."

Am Montag hatte die Telekom Obergrenzen für den monatlichen Datenverkehr bei Festnetz Flatrates angekündigt - wird diese überschritten, kann der Konzern die Geschwindigkeit drosseln. Die Tempo-Bremse soll nach derzeitigen Planungen aber erst 2016 greifen.

Die Pläne der Telekom waren bei viele Kunden und in der Politik scharf kritisiert worden. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) warnte in einem Brief an Telekom-Chef René Obermann vor möglichen Einschränkungen für Flatrate-Kunden. Kritik kam auch von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner: "Anscheinend steht die Telekom auf der Leitung – sonst würde sie erkennen, dass ihr neues Geschäftsmodell ein klassischer Rohrkrepierer zu werden droht. Die Telekom darf ihre Kunden nicht vor den Kopf stoßen", so die Ministerin gegenüber der "Bild"-Zeitung.

EU-Kommission will nicht eingreifen

Die EU-Kommission will sich unterdessen nicht in die Pläne der Telekom einmischen. Das erklärte Neelie Kroes, EU-Kommissarin für die Digitale Agenda, gegenüber der "Bild". "Die EU wird deswegen nicht eingreifen – aber die Kunden können es tun", betonte sie. "Millionen Menschen wollen ungedrosselten Zugang zum Internet haben und sie müssen wissen was sie bekommen und was sie nicht bekommen. Die Kunden sollten mit den Füßen abstimmen, wenn ihr Anbieter diesen Wunsch nicht erfüllt", erklärte Kroes.

(Jörg Schamberg)

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