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Telekom vernetzt immer mehr Airlines – Singapore Airlines neuer Partner

Die Telekom rechnet nicht nur die fliegenden Hotspots von Lufthansa ab, sondern auch von anderen Airlines. Künftig könnte es auch auf Kurz- und Mittelstrecke WLAN-Hotspots geben - und neue Preise.

27.09.2013, 12:12 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Wer über die Deutsche Telekom spricht, tut dies in der Regel in Verbindung mit DSL- und Festnetzanschlüssen. Um das Nutzungserlebnis mit schnellen Internetanschlüssen zu forcieren, will der DAX-Konzern auch WLAN-Zugänge noch stärker als bisher ausbauen. Nicht nur im Rahmen der WLAN to Go-Offensive bei Privatkunden, sondern auch mit primär an Geschäftskunden gerichteten Hotspots. So sollen beispielsweise im Jahr 2014 in 255 ICE-Zügen schnelle WLAN-Zugänge zur Verfügung stehen und auch in Flugzeugen werden künftig immer mehr drahtlose Internetzugangspunkte nutzbar sein.

Lufthansa ist nicht der einzige Partner

Weitgehend bekannt ist, dass die Telekom zusammen mit Technik-Partner Panasonic Avionics die nahezu komplette Interkontinental-Flotte von Lufthansa mit einem satellitengestützten Breitbandzugang ausgestattet hat. Das so genannte FlyNet, das unsere Redaktion im März dieses Jahres einem umfangreichen Test unterzogen hat, bietet die Möglichkeit, in 10.000 Metern Höhe mit einer Downstream-Geschwindigkeit von etwa 5 Megabit pro Sekunde das Internet zu erkunden.

Allerdings besitzt Lufthansa bei der Zusammenarbeit mit der Telekom keinen Exklusivstatus. Denn der Bonner Telekommunikationskonzern rechnet auch zahlreiche fliegende Hotspots anderer Fluggesellschaften ab. Die Liste der bereits vertraglich vereinbarten Partner liest sich wie das Who is Who der zivilen Luftfahrt. Mehrere Langstrecken-Jets von Turkish Airlines, Etihad und American Airlines fliegen ebenso mit Telekom-Hotspots um den Globus wie Maschinen von JAL, Transaero, Air France, KLM und Aer Lingus. Jüngster Partner ist Garuda Indonesia.

Neu dabei: Singapore Airlines

Doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. In Kürze wird mit Singapore Airlines ein weiteres Schwergewicht der Branche mit neuen WLAN-Hotspots von Panasonic Avionics abheben. Im Laufe der nächsten Wochen werden acht Maschinen vom Typ Boeing 777-300ER mit der entsprechenden Technik versehen und die Telekom an Bord die Abrechnung der Breitband-Zugänge abwickeln sowie für den Kundendienst verantwortlich sein.

Lesen Sie auf Seite 2: Internet im Flugzeug - die Telekom hat noch viel vor

Und die Fluggesellschaft aus Singapur soll nicht der letzte Partner bleiben. "Der Markt für Internetzugänge im Flugzeug bietet noch sehr viel Potenzial. Unser Plan ist, jedes Jahr etwa sechs neue Fluggesellschaften zu gewinnen", sagt Antje Williams, die bei der Telekom die Inflight-Sparte leitet. Im Gespräch mit onlinekosten.de ließ Williams auch durchblicken, dass mittelfristig zudem auf Kurz- und Mittelstrecken Internetverbindungen realisiert werden könnten.

Europaweite Funkfrequenz (noch) nicht verfügbar

Überlegungen sehen vor, ähnlich wie Gogo in den USA, auf eine so genannte Air to Ground-Technik zu setzen. Dabei wird das Internetsignal zwischen Basisstationen am Boden und kleinen am Rupf von Flugzeugen montierten Antennen ausgetauscht. "Noch gibt es keine europaweit nutzbaren Frequenzen", sagt Williams. "Wir hoffen aber, freiwerdende Frequenzblöcke für unsere Zwecke nutzen zu können, um Passagieren auch im Europaverkehr Internet im Flugzeug anbieten zu können."

Passagieren von Lufthansa könnten darüber hinaus schon bald zusätzliche Preismodelle zur Verfügung gestellt werden. "Wir denken darüber nach, neue Zeitkontingente einzuführen", sagte Williams. Bisher wird das FlyNet mit 10,95 Euro pro Stunde bzw. 19,95 Euro für einen 24-stündigen Zugang abgerechnet. "Da ist noch Spielraum für andere Modelle", so die Telekom-Managerin.

Der Markt ist hart umkämpft

Die Telekom muss sich auf dem Markt für Internetzugänge im Flugzeug gemeinsam mit dem Partner Panasonic einem scharfen Wettbewerb stellen. Konkurrenten sind beispielsweise die Airbus-Tochter OnAir und Row44. Letztgenanntes Unternehmen ist unter anderem Partner von Norwegian, wo die komplette Europa-Flotte vom Typ Boeing 737-800 bereits heute mit WLAN-Zugängen ausgestattet ist - und die sind sogar kostenlos nutzbar. Als weiterer Spieler am Markt will künftig auch Gogo auf Langstrecken im Interkontinental-Verkehr Breitband-Zugänge anbieten - mit bis zu 60 Megabit pro Sekunde im Downstream.

(Hayo Lücke)

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