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Telekom verliert 2011 1,25 Millionen Festnetzkunden

Während die Zahl der Festnetzkunden immer noch rückläufig ist, geht es im Breitband- und Mobilfunkgeschäft weiter nach oben. Renner sind Entertain Sat und das iPhone.

23.02.2012, 09:06 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom musste das Jahr 2011 am Heimatmarkt mit einem Verlust von rund 1,25 Millionen Festnetzkunden abschließen. Das geht aus dem am Donnerstag in Bonn vorgelegten Jahresbericht für das abgeschlossene Geschäftsjahr hervor. Die Zahl der Festnetzanschlüsse sank demnach im vergangenen Jahr um rund 5 Prozent von 24,65 auf 23,40 Millionen. Steigern konnte der ehemalige Monopolist die Anzahl der Breitbandkunden. Allerdings fällt die Neukundengewinnung in diesem Segment immer schwieriger aus. Ein ordentliches Neukundenplus gab es auch bei der Mobilfunksparte.

Immer weniger neue TAL-Schaltungen

Die Zahl der in Eigenregie betreuten Breitbandanschlüsse legte vergangenes Jahr um 311.000 auf knapp 12,27 Millionen zu. Immer erfolgreicher verläuft die Vermarktung des IPTV-Produkts Entertain. Hier konnte die Telekom die Kundenverträge um 397.000 auf 1,55 Millionen steigern. Deutlich seltener muss der Bonner Konzern aktiv werden, wenn es darum geht, das eigene Netz für Konkurrenten zu öffnen. Auf der "letzten Meile" mussten 2011 nur 100.000 neue Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) geschaltet werden. Deren Gesamtzahl lag Ende vergangenen Jahres bei knapp 9,60 Millionen - flankiert durch 1,22 Millionen entbündelte (+185.000) und 704.000 gebündelte (-280.000) Wholesale-Anschlüsse. Im Mobilfunkgeschäft kletterte die Kundenzahl um 709.000 auf 35,40 Millionen.

Allein im vierten Quartal verlor die Telekom 295.000 Festnetz-Kunden, die entweder zur Konkurrenz wechselten oder nur noch mit dem Handy oder auf Basis von Voice over IP über das Internet telefonieren. Die Zahl der Breitbandkunden konnte im gleichen Zeitraum um nur noch 64.000 gesteigert werden, was einem ähnlichen Wert wie zwischen Juli und September entspricht. Zum Vergleich: im vierten Quartal 2010 konnte die Telekom noch 110.000 Breitbandanschlüsse neu schalten. Die Zahl der IPTV-Kunden kletterte im Weihnachtsquartal um 177.000, was insbesondere an einer erfolgreichen Vermarktung von Enertain Sat lag. Allein 97.000 Kunden entschieden sich für die neue satellitengestützte Variante des Angebots.

Fast 500.000 iPhones verkauft

Im Mobilfunksegment kamen im vergangenen Quartal 498.000 neue Kunden hinzu. Viele davon entschieden sich für einen Vertragstarif in Verbindung mit einem iPhone von Apple. Nach eigenen Angaben hat die Telekom im Weihnachtsgeschäft fast eine halbe Million iPhones absetzen können - historischer Höchstwert bei der Telekom. Der Anteil von Smartphones am Geräteabsatz erhöhte sich 2011 um 19 Prozentpunkte auf 62 Prozent.

Europaweit musste die Telekom 2011 den Verlust von 774.000 Festnetzkunden verkraften, kann aber immer noch auf 10,56 Millionen geschaltete Anschlüsse blicken. Gleichzeitig legte die Zahl der Breitbandkunden um 235.000 auf 4,59 Millionen zu. Im Mobilfunk-Segment kletterte die Kundenzahl um 193.000 auf 60,29 Millionen. Weiterhin große Sorgen bereitet das US-Geschäft: T-Mobile USA verlor 2011 satte 549.000 Kunden. Allein im vierten Quartal verlor T-Mobile 802.000 Vertragskunden weil der Konzern im Gegensatz zur Konkurrenz das iPhone nicht anbieten kann. Mit LTE will die Telekom in den USA erst im Jahr 2013 durchstarten. Zunächst steht nach dem gescheiterten Verkauf der Marke an AT&T ein Neustart auf dem Plan.

(Hayo Lücke)

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