Gegenseitige Vorwürfe

Telekom und United Internet: Schlagabtausch wegen Glasfaser-Bündnis

United Internet fordert ein nationales Bündnis der Provider für einen flächendeckenden Glasfaserausbau, die Telekom wirft dem Internetkonzern vollmundige Ankündigungen statt Taten vor. United Internet wiederum kontert und sieht Realitätsferne bei dem Bonner Konzern.

Glasfaserkabel© zentilia / Fotolia.com

Montabaur/Bonn – Ralph Dommermuth, Chef des Internet-Konzerns United Internet, zu dem unter anderem 1&1 (www.1und1.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) gehört, hatte am Wochenende in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" ein nationales Industriebündnis zum Glasfaserausbau vorgeschlagen. Mit Hilfe eines Gigabitfonds, in dem teilnehmende Provider einzahlen sollen, könne der Glasfaserausbau in Deutschland vorangetrieben werden. Die Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) bezweifelte in einer ersten Stellungnahme aber die Ernsthaftigkeit der Pläne und forderte Taten statt vollmundiger Ankündigungen. United Internet wiederum warf dem Bonner Konzern darauf Realitätsferne vor.

Telekom: 1&1 soll Spaten in die Hand nehmen

United Internet wolle laut Dommermuth zu einem möglichen gemeinsamen Gigabitfonds analog zu dem Marktanteil des Unternehmens von 14 Prozent 1,4 Milliarden Euro beisteuern. Telekom-Sprecher Philipp Schindera hatte gegenüber golem.de betont, dass die Telekom in diesem Jahr in Deutschland 5,7 Milliarden Euro investieren werde, im vergangenen Jahr seien es 5,4 Milliarden Euro gewesen. Die Investitionssummen von United Internet seien dagegen erheblich niedriger. Demnach seien es 2016 rund 169 Millionen Euro sowie 2015 rund 140 Millionen Euro gewesen.

"Es gibt seit Jahren Möglichkeiten für 1&1, sich an gefördertem Ausbau zu beteiligen. Dies wurde nicht wahrgenommen. Wir sind gespannt, ob 1&1 jetzt wirklich in den Ausbau einsteigen möchte oder wieder mal großen Ankündigungen nur kleine Taten folgen lässt", so der Telekom-Sprecher. Zudem gebe es bereits ein Ausbaubündnis, an dem die Telekom und regionale Netzbetreiber wie Wilhelm.tel, M-Net, Stadtwerke Neumünster, NetCologne, Ewetel sowie der Anbieter Deutsche Glasfaser teilnehmen. Diese Ausbaukooperationen investitionswilliger Unternehmen würden auch für United Internet offenstehen. Das Unternehmen hätte also Gelegenheit gehabt "den Spaten in die Hand zu nehmen".

United Internet: Reaktion der Telekom zeigt Realitätsferne

United Internet konterte diese Vorwürfe am Montag. "Die Reaktion der Deutschen Telekom zeigt erneut die Realitätsferne des ehemaligen Staatsmonopolisten: Bisher gibt es in Deutschland keine Allianz zum koordinierten Netzausbau und keine konkreten Pläne zur flächendeckenden Glasfaser-Versorgung", heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. In den letzten 20 Jahren hätten einzelne Anbieter regionale Glasfasernetze gebaut, die aktuell rund drei Millionen Haushalte erreichen würden. Der Ausbau der regionalen Netze solle auch in Zukunft fortgesetzt werden.

"Aber das alleine bringt Deutschland keine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser-Anschlüssen. Deswegen schlagen wir den Gigabit-Ausbaufonds vor – ein Industriebündnis, das auch die ländlichen Gebiete abdeckt und deren Attraktivität steigert. Und das Fördergelder optimal einsetzt und den Wettbewerb um die Gunst der Kunden erhält. Ein 'weiter so' im lokalen Maßstab wird die Herausforderung nicht lösen", so United Internet.

Dommermuth: Teilnahme der Telekom an Glasfaserbündnis ist entscheidend

Die gegenseitigen Vorwürfe deuten derzeit nicht darauf hin, dass ein nationales Glasfaserbündnis kurzfristig Realität werden könnte. Zumal Ralph Dommermuth selbst darauf hingewiesen hatte, dass die Teilnahme der Telekom an einem solchen Ausbaubündnis entscheidend sei, da diese die größten Planungskapazitäten habe.

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Jörg Schamberg

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