Richtfunk-Feldversuch

Telekom und Ericsson: Gigabit-Speed für 5G jenseits von 100 GHz

Mobilfunkstandorte, die nicht per Glasfaser, sondern per Richtfunk angebunden sind, lassen sich künftig schnell per W-Band mit Frequenzen jenseits von 100 GHz anbinden. Das hat ein Feldversuch von Deutscher Telekom mit Ericsson und Cosmote gezeigt.

Jörg Schamberg, 06.04.2021, 11:28 Uhr
Handymast© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

Lassen sich Frequenzbänder jenseits von 100 GHz wie etwas das W-Band für Mobilfunk-Datenübertragungen nutzen? Dies testeten die Deutsche Telekom, Ericsson und Cosmote im Mobile Backhaul Service Center der Telekom bei Cosmote in Athen. Eine drahtlose Übertragung per Richtfunk im W-Band sei erfolgreich über eine Reichweite von 1,5 Kilometern durchgeführt worden.

5,7 Gbit/s über Distanz von 1,5 Kilometer

Bei dem Versuch seien mehrere Gigabyte an Daten über das 5G-Netz verschickt worden. Bei immer größeren Datenmengen müsse auch das Transportnetz (backhaul) die steigenden Kapazitäten bewältigen können. Bei Mobilfunkstandorten, die nicht über Glasfaser angeschlossen sind, erfolge die Anbindung laut Telekom über Richtfunk. Derzeit würden dazu Frequenzbänder von 4 GHz bis 80 GHz genutzt.

Für den Feldversuch kamen zwei parallele, 1,5 Kilometer lange Richtfunkstrecken zum Einsatz. Eine Teststrecke diente zur Übertragung im E-Band (70/80 GHz), die zweite zur Übertragung im W-Band (92 GHz - 114 GHz). Im Test seien Geschwindigkeiten von 5,7 Gbit/s über die Distanz von 1,5 Kilometern gemessen worden. Bei einer kürzeren Distanz von 1 Kilometer wurden mehr als 10 Gbit/s verzeichnet.

Das W-Band könne vergleichbare Leistungen wie das E-Band liefern. Aktuell unterstütze nur das E-Band drahtlose Transport-Kapazitäten von 10 Gbit/s für 4G und 5G. Durch das W-Band stehe künftig zusätzliches Spektrum für Highspeed-Richtfunk zur Verfügung.

Telekom: Nutzung höherer Frequenzbänder für Richtfunk möglich

Die Entwicklung von zukunftssicheren, kosteneffizienten und hochkapazitiven drahtlosen Transportnetzen wird eine wichtige Rolle spielen, um den stetig wachsenden Datenverkehr zu bewältigen. Die Anzahl der Standorte wird sich weiter erhöhen, unter anderem durch sogenannte Small Cells und Pico-Zellen. Damit gewährleisten wir neue und leistungsfähigere 5G-Dienste. Die Ergebnisse unseres Innovationstests mit Ericsson bestätigen, dass die Nutzung höherer Frequenzbänder für Richtfunk möglich ist., Wir hoffen, diese Lösung bald im Live-Netz unserer Landesgesellschaften einführen zu können", so Dr. Konstantinos Chalkiotis, Vice President 5G Solutions, Access & Home Networks bei der Telekom.

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