Innovative Lösung

Telekom und Continental: System warnt Autos und Radfahrer vor Kollision

Radfahrer und Fußgänger sollen künftig dank einer neuen, vernetzten Lösung von Telekom und Continental mehr Sicherheit erhalten. Das System sende per Mobilfunk eine Kollisionswarnung an Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer.

Jörg Schamberg, 02.06.2021, 10:23 Uhr
FahradunfallSolche Unfälle sollen durch die neue Kollisionswarnung von Telekom und Continental verhindert werden.© tain77 / Fotolia.com

Mehr Sicherheit für Radfahrer soll eine vernetzte Kollisionswarnung bieten, die von der Deutschen Telekom und Continental entwickelt wird. Das System soll vor Unfällen zwischen vernetzten Fahrzeugen und Radfahrern, Scooterfahrern und Fußgängern warnen. Die neue Lösung der beiden Unternehmen berechne etwa den eingeschlagenen Weg eines Autos und eines Zweirads. Droht wahrscheinlich eine Kollision, so sollen beide Verkehrsteilnehmer in Echtzeit per Mobilfunk gewarnt werden. Erste Tests im Straßenverkehr seien erfolgreich verlaufen.

Reduktion von Unfällen und Verkehrstoten

"Gerade schwächere Verkehrsteilnehmer werden im Straßenverkehr oft übersehen. Zudem enden Unfälle zwischen Fußgängern oder Radfahrern und motorisierten Fahrzeugen laut europäischem Verkehrssicherheitsrat zu über 80 Prozent tödlich für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Dank Echtzeitvernetzung und Kollisionswarnung geben wir Radfahrern oder Fußgängern deshalb mehr Sichtbarkeit. So reduzieren wir schwere Unfälle, Verletzte und Verkehrstote", sagt Karsten Michels, Leiter der zentralen Vorentwicklung bei Continental.

"Mit der Kollisionswarnung statten wir Rad-, Pedelec- und Scooter-Fahrer mit einem digitalen Schutzengel aus", so Oliver Bahns, verantwortlich für Connected Mobility bei T-Systems. Der Schlüssel dafür sei der hohe Grad an Vernetzung. "Etwa 85 Prozent der Bevölkerung in Europa nutzen ein Smartphone. Und auch immer mehr Autos sind verbunden. Mit unseren Rechnern im Mobilfunknetz sorgen wir zudem für extrem kurze Reaktionszeiten."

Positionsdaten werden per Mobilfunk in die Cloud gesendet

Das System nutzt Satellitenortung (GPS), Beschleunigungssensoren, Mobilfunk und Cloud Computing. Die Position und Beschleunigungswerte eines Autos werden nach Unternehmensangaben per Mobilfunk in die Cloud gemeldet. Die Daten eines Radfahrers werden per Smartphone oder vernetztem Fahrradcomputer ebenfalls in die Cloud gesendet. Es würden die Wege für die nächsten fünf Sekunden berechnet. Bei drohender Kollision erfolge eine Warnung an das Auto und auf das Endgerät des Radfahrers. Es werde immer der Cloud-Rechner im Mobilfunknetz genutzt, der dem Ort der möglichen Kollision am nächsten liegt.

Geplant sei ein internationaler Einsatz der Kollisionswarnung, die Lösung werde für die Nutzung im Alltag weiterentwickelt. Ergebnisse sollen zur Messe ITS World Congress vorgestellt werden, die Mitte Oktober in Hamburg stattfindet.

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