Innovative Methode

Telekom testet neues Keyhole-Verlegeverfahren beim Glasfaserausbau

Mit dem neuen Keyhole-Verfahren lässt sich ein Haus schnell innerhalb eines Tages per FTTH an das Glasfasernetz anschließen. Die Telekom hat die neue Methode im Emmerich getestet.

Jörg Schamberg, 16.02.2021, 12:04 Uhr
Glasfaser Kabel AusbauGroße Baulöcher und Tiefbau sind bei dem Keyhole-Verfahren für den Glasfaseranschluss eines Hauses nicht mehr erforderlich.© ChiccoDodiFC / Adobe Stock

Mit neuen Verlegemethoden kann der Glasfaserausbau schneller und somit kostengünstiger erfolgen. Das ist auch erforderlich: Die Deutsche Telekom beispielsweise will künftig bis zu zwei Millionen Haushalte pro Jahr neu mit FTTH-Glasfaseranschlüssen bis ins Haus versorgen. In Emmerich am Niederrhein im Stadtteil Elten hat der Bonner Konzern beim FTTH-Glasfaserausbau nun erstmals testweise das sogenannte Keyhole-Verfahren eingesetzt. Das berichtet die Telekom in ihrem Firmenblog.

Keyhole: Kleines, rundes Loch und unterirdische Verlegung statt Tiefbaugrube

Bei dem neuen Verlegeverfahren soll die Glasfaser nahezu wie durch ein Schlüsselloch ohne aufwändigen Tiefbau schnell zu den Kunden verlegt werden. In Emmerich seien rund 200 Häuser per FTTH an das Telekom-Glasfasernetz angeschlossen worden. Die Firma Tracto-Technik habe vor Ort das Keyhole-Verfahren demonstriert.

Es genüge ein rund 65 Zentimeter großes, rundes Loch in den Asphalt oder eine andere Oberfläche, das mit einem Spezialgerät gesägt werde. Die Bohrung erfolge genau da, wo bereits ein Glasfaserkabel der Telekom verlegt sei. Das so entstandene Loch werde bis auf eine Tiefe von 60 bis 120 Zentimetern ausgesaugt. Vom Boden des Lochs gebe es im Anschluss eine horizontale Bohrung mit einem Spülbohrgerät direkt ins Haus des Kunden: Die restliche Verlegung erfolge somit unterirdisch. Ein Ortungsgerät und ein Steuergerät halten den Bohrer auf Kurs zum Hausanschluss. Es sollen sich Strecken von bis zu 30 Metern überwinden lassen.

Haus-Glasfaseranschluss an einem Tag realisierbar

Auf dem Rückweg ziehe der Bohrer ein dünnes Leerrohr durch das Loch, durch das dann das Glasfaserkabel per Druckluft geblasen werde. Größere Baugruben auf Straßen und Wegen seien nicht mehr erforderlich, wenn dort bereits Glasfaserkabel verlegt wurden. Der ausgeschnittene runde Asphaltdeckel könne nach Abschluss der Arbeiten das Loch wieder verschließen. In Emmerich habe die Test-Bohrung nur eine Stunde gedauert. Das sei gegenüber dem klassischen Tiefbau deutlich schneller. Der gesamte Glasfaseranschluss für ein Haus könne somit an einem Tag realisiert werden.

In den kommenden Wochen stehe die Auswertung der Tests aus Emmerich an. Dabei werden unter anderem die benötigte Zeit und die Kosten unter die Lupe genommen. Erfolgt grünes Licht, so könne das Keyhole-Verfahren bereits noch in diesem Jahr häufiger zum Einsatz kommen.

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