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Telekom: Test von VDSL mit bis zu 100 Mbit/s

Die Telekom nutzt erstmals die Glasfasernetze eines Wettbewerbers und kooperiert mit dem Kölner Netzbetreiber NetCologne. Unsere Redaktion hakte bei der Telekom nach: Wie geht es weiter mit dem Glasfaserausbau - und hat auch VDSL noch eine Zukunft?

23.01.2012, 14:41 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Surfen mit hohen Bandbreiten: Glasfasernetze ermöglichen Highspeed-Internet mit weit mehr als 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Doch der Glasfaserausbau ist sehr kostspielig und aktuell meist auf große Städte und Ballungszentren beschränkt. Selbst die Deutsche Telekom, die mit einem Anteil von knapp 50 Prozent immer noch den DSL-Markt dominiert, kann den Ausbau nicht alleine schultern. Der Trend geht hin zu mehr Zusammenarbeit der Provider. Nun nutzt der Bonner Konzern erstmals Glasfaserleitungen eines Wettbewerbers: Mitte Januar haben die Telekom und der Kölner Netzbetreiber NetCologne eine VDSL-Netzkooperation geschlossen. Zur Realisierung schneller Internetanschlüsse wollen beide Unternehmen die gegenseitige Netznutzung ermöglichen. Profitieren also beide Partner von der Kooperation? Unsere Redaktion hakte bei der Telekom nach.

Telekom offen für weitere Kooperationen

"Durch die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur wird der Ausbau wirtschaftlicher, weil die Netze so besser ausgelastet werden", erläutert Telekom-Sprecher Philipp Blank gegenüber onlinekosten.de. Das sei gut für den Standort Deutschland. "Davon können in Zukunft auch Kunden in noch nicht so gut versorgten Gebieten profitieren". Für beide Kooperationspartner ergeben sich Vorteile.

Die in diesem Monat verkündete Netzkooperation könnte den Startschuss für ähnliche Projekte mit weiteren Partnern darstellen. "Wir sind grundsätzlich offen für alle Formen der Zusammenarbeit mit Wettbewerbern, Gemeinden und auch Stadtwerken", betont der Telekom-Sprecher die Gesprächsbereitschaft des Bonner Konzerns.

Breitbandausbau wird durch Kooperationen schneller wirtschaftlich

Durch die stärkere Zusammenarbeit der Provider werde der Druck zum Ausbau der eigenen Netze nicht verringert. Der Ausbau der Netze komme auch nicht ins Stocken. "Im Gegenteil, der Breitbandausbau wird dadurch schneller wirtschaftlich: Durch Kooperationen können Synergien beim Aufbau neuer Glasfasernetze genutzt und die Investitionskosten besser verteilt werden" sagt Blank. Insbesondere durch die "Nutzung von vorhandenen Kabelkanälen" ließen sich Tiefbaukosten reduzieren.

Die Telekom setzt künftig vor allem auf Kooperationen, aber auch der eigene Netzausbau wird weiter vorangetrieben. "Wir werden beim Glasfaserausbau aber nicht einfach die Infrastruktur errichten und hinterher sehen, ob wir Kunden gewinnen", erklärt der Telekom-Sprecher. Stattdessen müssten konkrete Bedingungen erfüllt sein. "Voraussetzung ist, dass im geplanten Ausbaugebiet für mindestens 80 Prozent der Wohnungen Eigentümererklärungen der Hausbesitzer vorliegen und diese mit dem Anschluss der Immobilie einverstanden sind. Zudem ist erforderlich, dass mindestens zehn Prozent der Kunden Vorbestellungen für die schnellen Internetanschlüsse abgeben", erläutert Blank.

Telekom testet VDSL mit Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s

Auch der VDSL-Ausbau soll fortgesetzt werden. In Kooperationen mit Kommunen biete die Telekom auch Lösungen an, die VDSL beinhalten. "Zudem testen wir derzeit Technologien, mit denen sich auch über VDSL Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s erreichen lassen", sagt Blank. Die Telekom schaue sich das sogenannte Vectoring an, mit dem sich auch über Kupferkabel höhere Bandbreiten realisieren lassen. Allerdings gebe es noch keine konkreten Planungen für die Einführung.

(Jörg Schamberg)

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