Netzausbau

Telekom-Technikchef: Deutsche Glasfaser nicht Benchmark für FTTH-Ausbau

Sind die DSL-Tarife der Telekom zu teuer? Kommt der FTTH-Ausbau per Trenching voran? Und wann startet 5G Standalone? Telekom-Technikchef Walter Goldenits antwortete im Telekom-Blog auf diese und weitere Fragen.

Jörg Schamberg, 24.08.2021, 11:27 Uhr
Telekom Micro-TrenchingDie Telekom setzt beim Glasfaserausbau verstärkt auf die Verlegemethode Trenching.© Deutsche Telekom AG

Wie steht es um den FTTH-Glasfaserausbau sowie den 5G-Ausbau der Deutschen Telekom (Angebote der Telekom) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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? Antworten zu Fragen von Telekom-Kunden und Besuchern des Netzblogs des Bonner Konzerns beantwortete Telekom-Technikchef Walter Goldenits in einem Video-Interview auf dem Blog des Unternehmens.

Telekom DSL-Tarife zu teuer?

Die DSL-Tarife der Telekom gelten im Vergleich mit Kabel-Internet-Angeboten als hochpreisig. Telekom-Manager Goldenits hält die Tarife jedoch für wettbewerbsfähig: "Sonst hätten wir ja keine Kunden". Er kritisiert aber mangelnde Transparenz bei dem Vergleich der Preise: "Ein Teil davon, warum diese Transparenz nicht gleich ist, ist zum Beispiel, dass die TV-Versorgung beim Kabel in der Wohnungsmiete drin ist, in den Nebenkosten, und somit nicht komplett transparent dargestellt wird. Und das macht durchaus den Unterschied", so Goldenits.

Immer mehr Kommunen geben grünes Licht für FTTH-Ausbau per Trenching

Die Telekom will Glasfaser schneller ausbauen und setzt dabei auch auf Verlegemethoden wie Trenching. Dabei wird nur ein schmaler Kanal in die Oberfläche gefräst, der klassische Tiefbau entfällt. Der Widerstand in den Kommunen gegen Trenching sinke. "Trenching hängt noch ein wenig hinterher. Aber wir sind auf einem richtigen Pfad. Natürlich kann es immer mehr sein. Aber die Bereitschaft in den Kommunen, uns mit alternativen Methoden willkommen zu heißen, steigt massiv", betont Goldenits.

Deutsche Glasfaser als Maßstab für den FTTH-Ausbau in Deutschland?

Den Glasfaser-Provider Deutsche Glasfaser, der auf die Realisierung von FTTH-Glasfasernetzen in ländlichen Regionen spezialisiert ist, sieht der Telekom-Technikchef beim FTTH-Ausbau nicht als Benchmark für Deutschland an. " Ich kann sagen, dass wir letztes Jahr über 500.000 Häuser mit Glasfaser, mit FTTH, erschlossen haben. Davon war die Deutsche Glasfaser weit entfernt. Und wenn ich mir die Jahresleistung für 2021 anschaue, werden wir allein in diesem Jahr isoliert über eine Million bauen. Das ist mehr, als die Deutsche Glasfaser in den letzten drei, vier Jahren gebaut hat. Das heißt, mir erschließt sich das Bild nicht, warum die Deutsche Glasfaser der Benchmark sein soll", erläutert Goldenits. Nach Angaben von Deutsche Glasfaser hat der Telekom-Mitbewerber bis Ende Juni 2021 insgesamt 1,4 Millionen Glasfaseranschlüsse errichtet, davon 1,1 Millionen FTTH-Anschlüsse.

2G bleibt "noch einige Zeit" notwendiger Dienst

Goldenits äußerte sich auch zu Fragen rund um Mobilfunk der Telekom. Droht nach der im Sommer erfolgten Abschaltung von 3G bald auch das Aus des 2G-Netzes? Hier gibt Goldenits Entwarnung: "2G ist nach wie vor ein wichtiger Dienst für die Sprachversorgung der Bevölkerung." Die Telekom würde die Frequenzen zwar lieber für LTE und 5G verwenden, Goldenits räumt aber aber ein: "Es gibt viele Menschen, die nur ein 2G-Handy haben, die können so weiterhin telefonieren. Und wir haben viele Roaming-Gäste, die auch noch nicht mit 4G und 5G unterwegs sind. Das heißt, das ist schon noch einige Zeit ein sehr wertvoller und notwendiger Dienst."

Start von 5G Standalone noch 2021?

Goldenits hofft noch 2021 auf 5G Standalone, das eigene Kernnetz ohne Basis von LTE, wenn es noch in diesem Jahr die ersten Use Cases gebe. "Ansonsten werden wir spätestens 2022 springen." Die Telekom freue sich auf den Start, wenn die ersten Anwendungen und Endgeräte kommen.

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