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Telekom-Tarifstreit: Keine Opfergaben

Das gestern im Tarifstreit vorgelegte Angebot der Deutschen Telekom wurde von Verdi umgehend zurückgewiesen. Sollte es heute zu keiner Einigung kommen, drohen weitere Streiks.

13.05.2006, 10:11 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Tarifverhandlungen bei der Telekom drohen zu scheitern: Die Gewerkschaft Verdi wies das erste von der Deutschen Telekom vorgelegte Angebot für die rund 110.000 Mitarbeiter der Festnetzsparte umgehend zurück. Nun soll heute die große Tarifkommission in Bonn über den weiteren Weg beraten. Verdi drohte, die Verhandlungen platzen zu lassen und die Streiks auszuweiten.
Bei der fünften Verhandlungsrunde um einen neuen Tarifvertrag hatte die Telekom eine Kombination aus einer Einmalzahlung und einem Mitarbeiter-Aktienprogramm angeboten. Wie der Konzern in Bonn erläuterte, sollten die Arbeitnehmer einmalig 730 Euro bekommen. Allen Mitarbeitern wollte das Konzernmanagement zudem in diesem und dem kommenden Jahr Aktien im Wert von insgesamt 270 Euro zukommen lassen. Dieses Angebot im Gesamtwert von 1000 Euro je Arbeitnehmer entspreche der wirtschaftlichen Situation der Deutschen Telekom im Bereich Breitband/Festnetz, erklärte das Unternehmen.
Verdi: Opfergaben sind nicht drin
Verdi wies das Angebot umgehend zurück: "Hier sollen die Beschäftigten erst einmal Opfer bringen, um ihre eigene Entgelterhöhung zu finanzieren", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder. Dei Gewerkschaft lasse nicht zu, dass die Beschäftigten zahlen sollten, damit die Aktionäre bedient werden könnten.
Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn. Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer hatte dies zuvor erneut als realitätsfern zurückgewiesen. Der Konzern verwies dabei auf die schlechten Ergebnisse der Festnetzsparte, deren Umsatz im ersten Quartal erneut sank.
Update: Verhandlungen geplatzt
Die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Telekom sind geplatzt: Die große Tarifkommission der Gewerkschaft Verdi erklärte heute die Gespräche in Bonn einstimmig für gescheitert. Die Arbeitgeber hätten kein weiteres Angebot vorgelegt, sagte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder. Verdi will die Streiks nun ab Montag im gesamten Bundesgebiet ausweiten. Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer zweifelte dagegen die Streikbereitschaft der Mitarbeiter an. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrheit unserer Mitarbeiter für die maßlos überzogenen Forderungen der Gewerkschaft eintritt", sagte er der "Welt" vom Samstag. Zugleich lehnte Klinkhammer ein neues Angebot ab.

(Hayo Lücke)

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