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Telekom-Streik: Neues Angebot an Verdi

Die Telekom will unter anderem über das Ausmaß von Lohnsenkung und Mehrarbeit nochmals verhandeln. Außerdem könne ein "höherer zweistelliger Millionenbetrag" als zusätzliche erfolgsorientierte Bonuszahlung vereinbart werden. Verdi will aber weiter streiken.

06.06.2007, 13:10 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Im Ringen um die Bezahlung ihrer Service-Mitarbeiter hat die Deutsche Telekom der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ein neues Angebot gemacht. Die Telekom wolle unter anderem über das Ausmaß von Lohnsenkung und Mehrarbeit nochmals verhandeln, sagte Personalvorstand Thomas Sattelberger in Bonn. Außerdem könne ein "höherer zweistelliger Millionenbetrag" als zusätzliche erfolgsorientierte Bonuszahlung vereinbart werden. Einen solchen Bonus hatte Telekom-Chef René Obermann bereits in Aussicht gestellt.
Zuletzt hatte die Telekom eine Absenkung der Löhne um neun Prozent und eine Arbeitszeitverlängerung von 34 auf 38 Stunden angeboten. Verdi hatte dies abgelehnt. Tausende betroffene Mitarbeiter waren vor knapp einem Monat in den Streik getreten. Die Telekom will rund 50.000 Mitarbeiter im technischen Kundendienst, bei der technischen Infrastruktur und im Call Center zum 1. Juli ausgliedern.
Auswirkungen spürbar
Die Streiks führten in den vergangenen Wochen bundesweit zu Beeinträchtigungen für Telekom-Kunden. So waren Call-Center teils schwieriger zu erreichen, viele Kunden mussten länger auf einen Techniker für die Einrichtung von Anschlüssen oder die Behebung von Störungen warten. Zuletzt hatten Kunden laut Telekom wegen der Unwetterschäden in Deutschland bis zu zwei Wochen auf einen Techniker warten müssen, um ihre Telefonleitungen reparieren zu lassen.
Verdi will weiter streiken
Trotz des neuen Gesprächsangebots der Deutschen Telekom will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weiter streiken. Verdi wehre sich weiter grundsätzlich "gegen Eingriffe in die Löhne der Beschäftigten", erklärte Verhandlungsführer Lothar Schröder am Mittwochnachmittag. Die von der Telekom skizzierten Vorschläge seien teils "hochproblematisch", auch wenn der Konzern versuche, diese mit einer "Erfolgsbeteiligung schmackhaft zu machen".
Positiv sei allerdings, dass der Konzern sich in allen Punkten gesprächsbereit zeige, fügte Schröder hinzu. Die Überlegungen der Telekom sollten "gründlich" geprüft werden.

(Hayo Lücke)

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