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Telekom startet neue LTE-Tarife: "Call & Surf Comfort via Funk" mit bis zu 100 Mbit/s

Die Telekom bietet ab 4. Dezember drei neue LTE-Tarife an. Die "Call & Surf Comfort via Funk"-Pakete bieten Bandbreiten von 16, 50 oder 100 Mbit/s. Allerdings ist das maximal nutzbare Highspeed-Volumen im teuersten Tarif auf 30 Gigabyte begrenzt.

28.11.2012, 12:58 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wird die Deutsche Telekom mit neuen LTE-Tarifen für Zuhause an den Start gehen. Ein Telekom-Sprecher bestätigte unserer Redaktion, dass ab dem 4. Dezember drei neue "Call + Surf Comfort via Funk"-Pakete erhältlich sind. Gegenüber dem bestehenden Tarif, der aktuell für 34,95 Euro monatlich das Surfen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erlaubt, beschleunigt der Bonner Konzern die maximal nutzbare Bandbreite je nach Paket auf bis zu 100 Mbit/s. Allerdings begrenzt die Telekom selbst beim schnellsten und teuersten LTE-Tarif das enthaltene Highspeed-Datenvolumen auf maximal 30 Gigabyte. Nach Erreichen dieser Grenze wird die verfügbare Bandbreite bis zum Rest des Abrechnungszeitraums auf 384 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) gedrosselt. Das für Vielsurfer immer noch relativ niedrig angesetzte schnelle Inklusivvolumen stößt online beispielsweise im Service-Forum der Telekom bereits auf Kritik von Nutzern.

Neue Tarife: 16, 50 und 100 Mbit/s per LTE

Ab dem 4. Dezember haben Kunden in Regionen, in denen kein Breitband per DSL verfügbar ist, die Wahl zwischen drei Funk-Tarifen. Als Einsteiger-Paket steht Call & Surf Comfort via Funk S für 34,95 Euro (ISDN: 38,95 Euro) monatlich bereit. Die ISDN-Variante kostet hier sowie in den beiden anderen Paketen jeweils 4 Euro Aufpreis im Monat. Die Telekom ermöglicht das Surfen je nach Verfügbarkeit vor Ort per UMTS/HSPA beziehungsweise LTE mit Bandbreiten von bis zu 16 Mbit/s. Der Upload ist auf 1,4 Mbit/s begrenzt. Inklusive sind 10 GB Highspeed-Volumen.

VDSL-Geschwindigkeit von bis zu 50 Mbit/s im Download und bis zu 10 Mbit/s im Upload stellt der Bonner Konzern mit Call & Surf Comfort via Funk M für 49,95 Euro (ISDN: 53,95 Euro) monatlich bereit. Doch nach 15 GB genutztem LTE-Volumen sackt die verfügbare Bandbreite wie oben geschildert bis zum Rest des Abrechnungszeitraums auf 384 Kbit/s ab.

Vielsurfer können nach Ansicht der Telekom zu Call & Surf Comfort via Funk L greifen. Das Paket kommt mit Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s im Download und bis zu 50 Mbit/s im Upload daher. Monatlich berechnet der ehemalige Monopolist bei Wahl des schnellsten Tarifs 69,95 Euro (ISDN: 73,95 Euro). Die Bandbreiten-Drosselung setzt ab einem verbrauchten Highspeed-Datenvolumen von mehr als 30 GB ein. Die hohen Geschwindigkeiten werden über Frequenzen im Bereich von 1.800 MHz realisiert, in den beiden kleineren Paketen nutzt die Telekom dagegen 800 MHz-Frequenzen.

Bestandskunden können nach sechs Wochen in neue Tarife wechseln

Das einmalige Bereitstellungsentgelt liegt bei 69,95 Euro, die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Als Router empfiehlt die Telekom die eigenen Speedport LTE-Router, die für 4,95 Euro monatlich zur Miete erhältlich sind. Alternativ können Kunden aber auch Router anderer Hersteller einsetzen. Neukunden profitieren wie bei anderen Telekom-Paketen bei Online-Buchung zwölf Monate lang von einem 10-prozentigem Online-Bonus auf den monatlichen Paketpreis. Zum Start soll es zudem Aktionsangebote geben, Details will die Telekom erst in der kommenden Woche bekanntgeben. Bestandskunden können nach Auskunft des Telekom-Sprechers nach Ablauf von 46 Tagen, also nach sechs Wochen, kostenfrei in die neuen Tarife wechseln.

Sind das also die Tarife, auf die die Internetnutzer in ländlichen Regionen gewartet haben? Bereits vorab haben beispielsweise Nutzer die neuen Angebote im Telekom-Forum publik gemacht. In ersten Reaktionen zeigen sich Forennutzer enttäuscht. Statt einer höheren Surfgeschwindigkeit hatten viele sich eine Erhöhung des Highspeed-Volumens erhofft. "10 GB reicht vorne und hinten nicht", bemerkt beispielsweise ein Nutzer. "Für 15 GB gleich 20€ mehr zu verlangen ist ein Witz. Mir reichen 7,2 Mbit/s und 90% der anderen Nutzer ebenfalls", so die Sicht eines anderen.

Telekom: "Wir tasten uns Schritt für Schritt voran"

Die Telekom bittet dagegen um Verständnis. Bei LTE handele es sich noch um ein neues Produkt und zudem um ein "shared Medium". Die Entwicklung sei nach Angaben eines Unternehmenssprechers noch nicht zu Ende. Der Bonner Konzern taste sich lieber Schritt für Schritt voran und gehe "vorsichtig und defensiv" vor. Es wäre der falsche Weg den Kunden etwas zu versprechen, was dann in der Praxis aus technischen Gründen nicht gehalten werden könne.

(Jörg Schamberg)

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