In Baden-Württemberg

Telekom spart mit oberirdischer Glasfaser Zeit und Kosten

Es muss nicht immer Tiefbau sein: Deutlich schneller und kostengünstiger hat die Deutsche Telekom die Glasfaseranbindung in einer Weinbauregion in Baden-Württemberg realisiert: Oberirdisch über bestehende Holzmasten.

Jörg Schamberg, 05.08.2020, 15:16 Uhr
Telekom© Deutsche Telekom AG

Ein Glasfaseranschluss bietet einen schnellen Internetzugang, doch die Versorgung mit Glasfasern in Deutschland liegt noch deutlich hinter der mit DSL-Anschlüssen und Kabel-Internet zurück. Der Glasfaserausbau setzt oft zeitaufwändige und teure Tiefbauarbeiten voraus, wenngleich die Telekommunikationsunternehmen immer häufiger kosten- und zeitsparenden Ausbau-Verfahren wie Trenching einsetzen. Doch Glasfaserleitungen lassen sich auch oberirdisch verlegen. In dem Ort Müllheim-Feldberg in Baden-Württemberg hat die Telekom beispielsweise auf eine oberirdische Glasfaserverlegung gesetzt, wie der Bonner Konzern in seinem Firmenblog mitteilt.

Telekom nutzt bundesweit rund drei Millionen Holzmasten

In der Regel vergrabe die Telekom ihre Leitungen weiterhin meist unterirdisch per Tiefbau, doch in der hügeligen Weinbergregion verzichtete die Telekom aus Kostengründen darauf. Genutzt werden bei der oberirdischen Hochbauverlegung etwa bereits bestehende Masten. Das würde "enorm viel Kosten und Zeit" sparen. Versorgungslücken könnten auf diese Art und Weise schnell geschlossen werden. Mit der Gemeinde Müllheim-Feldberg habe sich die Telekom daher auf eine oberirdische Glasfaseranbindung geeinigt und diese nun fertiggestellt.

Nach Angaben von Manuel Schultis von der Telekom-Technik ist der oberirdische Leitungsbau auf dem Mast nicht nur günstiger, sondern bringe auch eine deutliche Zeitersparnis vom Zehnfachen im Vergleich mit dem regulären Tiefbau. In Müllheim-Feldberg habe die Telekom beim Bau der 600 Meter langen Leitung in die Weinberge auf diesem Weg rund drei Wochen Buddelarbeit gespart. Die Telekom nutzt bundesweit ohnehin bereits rund drei Millionen Holzmasten mit einer Leitungslänge von über 100.000 Kilometern. Statt einer Leitung führen in dem Ort in Baden-Württemberg nun beispielsweise zwei Leitungen über die Holzmasten.

Oberirdische Glasfaserverlegung ist wirtschaftlich

Die oberirdische Glasfaser-Verlegung sei laut Christopher Beußel, Regionalmanager der Telekom, für den Bonner Konzern die einzige wirtschaftlich machbare Lösung vor Ort gewesen. "Hier oben war schon ein Kupferhauptkabel vorhanden. Und da haben wir einfach an den Mast noch das Glasfaserkabel dazu gehangen. Von hier aus gehen wir wieder übers Kupferkabel zu den einzelnen Häusern", erklärt Telekom-Techniker Schultis.

Auch eine oberirdische Glasfaserleitung sei gegen äußere Einflüsse nicht empfindlich. Kommt es dennoch zu Beschädigungen etwa durch Sturm oder Holzfällarbeiten, so müsse meist nur die Leitung wieder nach oben gehängt werden. Dadurch dass die Leitungen an den Masten in Schlaufen geführt werde, soll diese Pufferstrecke auch Schutz und Spiel bieten, wenn ein umstürzender Baum drauffalle. Blitzeinschlag sei kein Problem für die Glasfaserleitungen, da sie nicht aus Metall bestehen würden.

Mit bis zu 250 Mbit/s statt mit 1 Mbit/s surfen

Das letzte Stück des Weges vom Multifunktionsgehäuse in den per Glasfaser angebunden Weinbergen bis zu den Kunden vor Ort führe weiterhin über die klassischen Kupferkabeln. Dennoch ergebe sich eine bis zu 250-fache Geschwindigkeitssteigerung. Statt mit bislang maximal 1 Mbit/s könnten die Bewohner von Müllheim-Feldberg nun mit bis zu 250 Mbit/s ins Internet - dank der neuen, oberirdischen Glasfaseranbindung.

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