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Telekom soll Bundesliga-Sponsor werden

Die Domains www.telekom-liga.de und www.telekomliga.de wurden bereits auf die Deutsche Telekom registriert.

28.05.2006, 11:00 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Schon im Laufe der kommenden Woche könnte der Streit um die Übertragungsrechte von jährlich 612 Spielen der Fußball Bundesliga und der 2. Bundesliga beigelegt werden. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, wollen sich am kommenden Dienstag T-Online-Vorstand Burkhard Grassmann und der Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Christian Seifert, treffen, um die Streitigkeiten beizulegen. Wie es heißt, soll die Telekom die Mobilfunkrechte und die Möglichkeit des Liga-Sponsoring erhalten.
Finale Verhandlungen?
Bei der Verhandlungsrunde am Dienstag soll es einmal mehr um die Frage gehen, ob die Telekom die erworbenen Internet-Rechte zur Übertragung von Bundesliga-Spielen auch nutzen darf, um diese per Satellit und Kabel zu verbreiten. Bei der DFL heißt es, dass eine Übertragung nur über VDSL- und ADSL2(+)-Anschlüsse erfolgen darf. Im Vertrag sei IPTV als "Fernsehen über das Internet" definiert. Ausschlaggebend sei das Konzept, das die Telekom der DFL im Zuge der Rechteausschreibung vorgelegt hatte. Dort seit von Kabel und Satellit nie die Rede gewesen.
Bei der Telekom sieht man das anders. Über eine Kooperation mit dem Pay-TV-Sender Premiere soll das Angebot auf der einen Seite über Breitbandanschlüsse verkauft werden, außerdem wird die Ausstrahlung über herkömmliche Übertragungswege geprüft. Das jedoch will die DFL zum Schutze des neuen Pay-TV-Partners arena verhindern. Arena zahlt jährlich die fünffache Summe dessen, was die Telekom für ihre Internetrechte zahlen muss. Außerdem wäre bei einem zweiten Satelliten- und Kabel-Angebot von Telekom und Premiere die Exklusivität von arena nicht mehr gegeben. Die "Welt am Sonntag" will nun aus Verhandlungskreisen erfahren haben, dass eine Lösung gefunden wurde. "Wir wollen das Feld befrieden" heißt es von einem nicht nähe genannten Insider. Grundlage sei ein Brief der DFL, der die Telekom vergangenen Freitag erreichte. Enthalten sei eine Vereinbarung, in der die Telekom bis spätestens kommenden Freitag auf die Übertragung über Kabel und Satellit verzichten soll. Das wird aber nicht ohne Weiteres geschehen. Ein mit den Verhandlungen vertrauter Manager sagte der Zeitung: "Je nachdem wie die Verhandlungen ausgehen, wird die Telekom die Rechte entweder komplett verwerten oder darauf verzichten, falls sie andere Vorteile bekommt."
Konkret müssen bei den Verhandlungen gleich drei Punkte abgeklärt werden. Von der Telekom wird verlangt, dass arena ihre IP-TV-Rechte nicht an einen anderen Telekommunikationskonzern weiterverkauft. Ferner geht es um die Mobilfunkrechte. Die DFL will diese nach "strategischen Gesichtspunkten" prüfen und vergeben. Das bedeutet, die Telekom könnte die Rechte zum Beispiel auch dann bekommen, obwohl beispielsweise o2/Telefonica ein höheres Gebot abgegeben hätten.
Entscheidung bereits gefallen?
Zu guter letzt geht es um das Liga-Sponsoring. Eigentlich wollte die DFL die Rechte schon längst vergeben haben. Doch durch den Streit mit der Telekom konnte die Liga ihren internen Zeitplan nicht einhalten. "Die Telekom befindet sich in sehr intensiven Gesprächen über das Ligasponsoring" heißt es aus Verhandlungskreisen. Möglicherweise ist in dieser Frage sogar schon eine Lösung gefunden worden. Die bisher als Favorit auf das Ligasponsoring gehandelte Postbank hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" inzwischen einen Rückzieher gemacht. Brisant ist auch die Tatsache, dass die Domains www.telekom-liga.de und www.telekomliga.de bereits auf die Deutsche Telekom registriert wurden.

(Hayo Lücke)

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