Breitband-Förderprogramme

Telekom sieht Gigabitförderung ab 2023 mit Sorge

Ab 2023 sollen alle Gebiete in Deutschland ohne Gigabitversorgung förderfähig werden. Die Deutsche Telekom befürchtet dadurch eine deutliche Verteuerung der Tiefbaukapazitäten.

Jörg Schamberg, 04.06.2021, 13:11 Uhr
DorfDie Realisierung von Breitbandanschlüssen in ländlichen Gebieten kann oft nur dank Fördermitteln erfolgen.© mirpic / Fotolia.com

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nutzt seit Jahren die Breitband-Förderprogramme des Staates, da sich Breitbandanschlüsse nicht in allen Orten in Deutschland wirtschaftlich realisieren ließen. Die Telekom baue mit Hilfe von Fördermitteln mehr als drei Millionen Breitbandanschlüsse. Die Förderung könne Breitband auch in abgelegene Orte bringen, teilt der Bonner Konzern aktuell in seinem Firmenblog mit.

Staat fördert Breitbandausbau in ländlichen Gebieten

15 Prozent der deutschen Bevölkerung würden in Dörfern mit weniger als 5.000 Einwohner leben. Und es gebe sogar mehr als 2.100 Gemeinden hierzulande mit weniger als 500 Einwohnern. Befinden sich die anzuschließenden Häuser dann noch in einer abgeschiedenen Lage, sei ein wirtschaftlicher rentabler Netzausbau für Netzbetreiber wie die Telekom meist nicht möglich.

Die Bundesregierung habe sich jedoch das Ziel gesetzt, bis 2025 ein flächendeckendes Breitbandnetz für alle Haushalte anzubieten. Dies lasse sich nur mit staatlichen Förderprogrammen umsetzen. "Der eigenverantwortliche Ausbau des Breitbandnetzes durch die Unternehmen steht im Vordergrund und bleibt die erste Wahl. Förderung greift nur in den Gebieten, in denen die erwarteten Erlöse eines Anschlusses die Kosten des Ausbaus nicht einspielen. Da springt der Staat ein und übernimmt den Differenzbetrag“, sagt Dr. Andrea zur Nieden, Leiterin Strategie Breitbandförderung bei der Deutschen Telekom.

Telekom hat seit 2013 rund 60 Prozent der Ausschreibungen gewonnen

Gefördert werde könne der Breitbandausbau sowohl für Privathaushalte als auch für Unternehmensstandorte oder für öffentliche Gebäude wie Schulen und Rathäuser. Seit dem Beginn der Förderungen im Jahr 2013 beteilige sich die Telekom an Ausschreibungen. Seitdem habe der Bonner Konzern rund 60 Prozent der Ausschreibungen gewonnen. "Inzwischen realisiert die Telekom mehr als drei Millionen Haushalte im geförderten Ausbau mit Breitbandanschlüssen. Wir rechnen für die nächsten Jahre mit ähnlichen Zahlen“, betont die Telekom-Strategin zur Nieden.

Ab 2023 alle Gebiete ohne Gigabit-Versorgung förderfähig

Das neue Bundesförderprogramm erlaubt künftig auch die Förderung von bis zu 100 Mbit/s schnellen Internetanschlüssen. Ab 2023 sollen alle Gebiete förderfähig werden, die noch keine Gigabit-Versorgung haben. "Es ist gut, dass der Staat sein Engagement bei der Breitbandförderung fortsetzt. Gerade auch, weil der nun anstehende Ausbau mit Glasfaser bis ins Haus den Ausbau deutlich teurer macht", so Dr. Andrea zur Nieden. "Gleichzeitig sehen wir die Gigabitförderung ab 2023 mit Sorge. Damit wären etwa 14 Millionen Haushalte auf einmal förderfähig und wir befürchten, dass hier ein Engpass und eine deutliche Verteuerung der Tiefbaukapazitäten auf die Branche zurollen", so die Telekom-Managerin weiter. Dadurch könnte es schwieriger werden, unterversorgte Gebiete schnell mit Glasfaser zu versorgen. Eine Priorisierung in den Gebieten oder eine jährliche Deckelung der Fördersummen könne hilfreich sein.

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