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Telekom schrumpft sich gesund

Knapp 2000 Mitarbeiter der Telekom-Tochter Vivento Technical Services, verantwortlich für die Netzwerkwartung, wurden von Nokia Siemens Networks verkauft. Gleichzeitig wurden zwischen beiden Konzernen Milliardenaufträge abgeschlossen.

24.10.2007, 09:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom schrumpft die Mitarbeiterzahl weiter zusammen. Wie zu erwarten war, wurden knapp 2000 Mitarbeiter der Telekom-Tochter Vivento Technical Services (VTS) von Nokia Siemens Networks übernommen. VTS ist eine Tochtergesellschaft von Vivento, der konzerneigenen Personalagentur der Deutschen Telekom, und war bisher für einen Teil der Netzwerkwartung verantwortlich.
Milliardenauftrag abgeschlossen
Wie die Telekom mitteilte, erfolgt der Betriebsübergang voraussichtlich Anfang kommenden Jahres und sieht den Übergang des Betriebsvermögens der VTS an Nokia Siemens Networks sowie die weitere Unterstützung der Deutschen Telekom vor, um einen erfolgreichen Übergang der VTS an Nokia Siemens Networks sicherzustellen.
Für die Betreuung und Wartung der Telekom-Netzwerke erhält Nokia Siemens Networks in den kommenden fünf Jahren rund 300 Millionen Euro. Außerdem soll Nokia Siemens Networks die Mobilfunknetze der Telekom-Tochter T-Mobile aufrüsten. Das Auftragsvolumen wurde in diesem Fall auf 150 Millionen Euro beziffert.
Durch den Verkauf möchte die Telekom Kosten sparen, muss sich aber schon jetzt mit Kritik auseinandersetzen. Ver.di-Vorstandsmitglied Lothar Schröder kritisierte den Verkauf von VTS scharf. "Die Beschäftigten werden jetzt an ein Unternehmen abgegeben, das erst vor kurzem Massenentlassungen bekannt gegeben hat. Wenn man ihnen nun suggeriert, Nokia Siemens Networks bedeute für sie eine sichere Zukunft, ist das Quatsch", sagt Schröder, der auch Aufsichtsratsmitglied der Telekom ist, der "Zeit".
Telekom wird nicht zur Ruhe kommen
Er warnte die Telekom, weitere Konzernteile zu veräußern: "Wenn die Telekom ihren Grundkurs im Umgang mit den Beschäftigten nicht ändert, kann es sein, dass die Tarifkonflikte in kürzester Zeit eskalieren. Die Telekom wird dann nicht zur Ruhe kommen."

(Hayo Lücke)

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