Einigung mit VATM

Telekom rechnet Auskunfts- und Mehrwertdienste weiter über Telefonrechnung ab

Für Auskunfts- und Mehrwertdienste und damit für Rufnummern wie 0137 oder 0800 steht das Ende der Regulierung der Telekom an. Eine Einigung mit dem Verband VATM sieht vor, dass die Telekom bis 2024 freiwillig weiter die Abrechnung über die Telefonrechnung übernimmt.

Jörg Schamberg, 16.02.2021, 11:20 Uhr
Hotline© pressmaster / Fotolia.com

Die Deutsche Telekom wird seit 1998 im Bereich der Vorleistungen für Auskunfts- und Mehrwertdienste in der Sprachtelefonie reguliert. Darunter fallen Auskunftsdienste und Rufnummern wie 0137 oder 0800. Die Vorleistungen der Telekom sorgen dafür, dass Auskunftsdienste und solche Rufnummern in ihrem Netz für Kunden aus anderen Netzen erreichbar sind. Im Zuge einer regelmäßigen Überprüfung des Marktes hat die Bundesnetzagentur festgestellt, dass die Telekom auf diesem Markt nicht mehr als marktmächtig gilt. Somit steht das Ende der Regulierung in diesem Bereich an.

VATM einigt sich mit Telekom auf Regelung nach der Deregulierung des Marktes

Nach Freigabe durch die EU-Kommission Ende Februar 2021 soll das Verfahren abgeschlossen werden. Doch auch nach dem nun anstehenden Ende der Regulierung des Marktes "Verbindungsaufbau im öffentlichen Telefonfestnetz" gebe es nach Angaben der Deutschen Telekom und des Branchenverbandes VATM eine Nachfrage nach solchen Zusammenschaltungsleistungen und deren Abrechnung über die Telefonrechnung der Telekom.

Daher hatten sich der VATM und die Telekom unabhängig von der Regulierung bereits Ende 2020 darauf geeinigt, wie bis 2024 die Zuführungsleistung zu Auskunft- und Mehrwertdiensten durch die Telekom fortgeführt wird. Dies sei nun vertraglich geregelt worden. Laut einer gemeinsamen Mitteilung vom Dienstag haben VATM und Telekom zwei wichtige Vereinbarungen für bislang regulierte und nicht regulierte Leistungen abgeschlossen.

Telekom: Freiwillige Abrechnung bis Ende 2024

Was bedeutet dies konkret? Die Telekom führt die Zuführung und Abrechnungsleistungen freiwillig bis Ende 2024 fort. Die aktuellen Zusammenschaltungsentgelte solle zudem stabil gehalten werden. "Wie schon bei Call-by-Call und Preselection haben wir hier auch ohne die Regulierung des Marktes eine einvernehmliche Lösung im Markt gefunden. Diese Vereinbarung ermöglicht so einen 'sanften' Übergang in die Deregulierung dieses Marktes", sagt Telekom-Verhandlungsführer Pascal Koppetsch.

Und VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner betont: "Je mehr Kooperation mit der Telekom möglich wird, desto mehr kann man auf Regulierungseingriffe verzichten". Dennoch: "Die Überwachung der Einhaltung solcher Verträge durch den Regulierer bleibt aber unverzichtbar und schafft Sicherheit für den ganzen Markt. Auf dieser Basis wird es deutlich leichter werden, in Zukunft noch zu weiteren Verträgen zu kommen, die für alle Beteiligten eine kommerzielle Win-Win-Situation schaffen", so Grützner weiter.

Bis zum 25. Februar 2021 sollen sich Unternehmen an den VATM wenden können, wenn sie der Vereinbarung beitreten wollen. Diese stehe allen in diesem Markt tätigen Unternehmen offen.

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