Genehmigungen & Co.

Telekom: Rahmenbedingungen in Deutschland verzögern Glasfaserausbau

In diesem Jahr will die Deutsche Telekom über eine Million neue Glasfaseranschlüsse realisieren. Im Vergleich zu anderen Ländern werde der Glasfaserausbau hierzulande aber etwa durch langsame Genehmigungsprozesse ausgebremst.

Jörg Schamberg, 04.01.2021, 12:22 Uhr
Glasfaser Kabel Ausbau© Gundolf Renze / Adobe Stock

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hatte kurz vor dem Jahreswechsel eine positive Bilanz für den Netzausbau im Jahr 2020 gezogen. Bei 5G erreiche der Bonner Konzern bereits eine Bevölkerungsabdeckung von 67 Prozent, in diesem Jahr soll diese Richtung 90 Prozent gehen. Bei der Zahl der Glasfaseranschlüsse pro Einwohner liegt Deutschland dagegen im internationalen Vergleich zurück. Walter Goldenits, Technik-Chef der Telekom, macht dafür auch die speziellen Rahmenbedingungen in Deutschland verantwortlich.

Oberirdische Glasfaserverlegung in Deutschland fast unmöglich

Im Telekom-Firmenblog erklärte Goldenits, dass es in anderen Ländern an der Tagesordnung sei, Glasfaserkabel oberirdisch von Mast zu Mast aufzuhängen. In Deutschland sei dies fast unmöglich. Außerdem könne man in etlichen anderen Ländern Glasfaserleitungen außen an der Hausfassade hochführen. Für eine solche Verlegung würde man in Deutschland dagegen keine Genehmigung erhalten. Zudem verlaufen Genehmigungsprozesse hierzulande oft schleppend. Während eine Genehmigung in anderen Ländern in 14 Tagen erteilt werde, würden sich Genehmigungsprozesse in Deutschland über Monate hinziehen. Hier sei auch die Politik gefragt.

Vectoring- und Supervectoring-Netze waren Vorteil während der Corona-Pandemie

Dennoch zeigte sich der Technik-Chef der Telekom froh, dass Deutschland europaweit eines der besten Vectoring- und Supervectoring-Netze besitze. Diese würden für 80 Prozent aller Haushalte bereitstehen. Nutzbar sind Bandbreiten von bis zu 100 bzw. 250 Mbit/s. Damit sei Deutschland durch die Corona-Pandemie gebracht worden. "Glasfaser hätte uns nicht durch Corona gebracht, weil wir einfach nicht so viele Anschlüsse hätten bereitstellen können", so Goldenits.

Mehr als eine Million neue Glasfaseranschlüsse für 2021 geplant

Im vergangenen Jahr konnte die Telekom die Zahl der neuen Glasfaseranschlüsse zusammen mit Kooperationen auf 600.000 verdoppeln. Für 2021 peile der Bonner Konzern nochmals nahezu eine Verdoppelung bei neuen Glasfaseranschlüssen an. "Dann bauen wir über eine Million Anschlüsse, dann geht es richtig zur Sache. Und unser eigentliches Ziel ist es, beim Eigenausbau jenseits der zwei Millionen Neuanschlüsse pro Jahr zu landen", erklärt Telekom-Manager Goldenits.

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