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Telekom-Prozess: Ex-Voicestream-Chef sagt aus

Im Telekom-Prozess in den USA um die VoiceStream-Übernahme aus dem Jahr 2000 werden Ende April neue Zeugen vernommen, darunter auch Ex-VoiceStream-Chef John Stanton.

14.04.2009, 18:16 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Im Prozess um die Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream durch die Deutsche Telekom werden Ende April in den USA wichtige Zeugen vernommen. Wie das Oberlandesgericht (OLG) am Dienstag in Frankfurt mitteilte, sollen in San Francisco am 28. und 29. April drei Zeugen gehört werden, die mit dem Verkauf und dessen Abwicklung im Jahr 2000 zu tun hatten.
Keine Fehler nachgewiesen
Unter ihnen ist auch der damalige VoiceStream Chef John Stanton. Am 1. Mai werde in New York noch ein Investmentbanker vernommen. Mit den neuen Zeugenaussagen geht das Verfahren in die nächste Runde. Rund 17.000 Kleinanleger verlangen von dem ehemals staatseigenen Unternehmen Deutsche Telekom AG rund 80 Millionen Euro Schadensersatz für erlittene Kursverluste und haben dies mit angeblichen Fehlern im Verkaufsprospekt zum Börsengang begründet. Bislang konnte der Telekom jedoch kein Fehlverhalten nachgewiesen werden.
Das rund 39 Milliarden Euro schwere VoiceStream-Geschäft unmittelbar nach dem Börsengang gilt neben der Frage der Immobilienbewertung als wichtigster Punkt, um einen Prospektfehler nachzuweisen. Der OLG-Senat hatte bereits zu Beginn des Prozesses im April 2008 klar gemacht, dass er die Immobilienbewertung für rechtlich folgenlos hält. Der 15. Januar war in dem Musterverfahren der bislang letzte Verhandlungstag. Über weitere Termine will das Gericht nach Rückkehr aus den USA entscheiden.

(Christian Wolf)

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