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Telekom-Preispolitik im Visier der EU-Kommission

Erhobener Zeigefinger in Brüssel: Trotz sinkender Entgelte für die Vermittlung in Mobilfunknetze gibt die Telekom die Kostenersparnis nicht an die Kunden weiter.

11.12.2007, 13:07 Uhr
Europa © finecki / Fotolia.com

Die Vorwürfe wiegen schwer: Die Bundesnetzagentur soll bei der Regulierung des Mobilfunkmarktes die Telekom in der Vergangenheit klar bevorteilt haben. Ein Vorgehen, das die EU-Kommission nun in einem öffentlichen Schreiben an die Agentur scharf verurteilt hat.
Munter weiterkassiert
Das Mobilfunkunternehmen E-Plus hatte die Prüfung in Brüssel initiiert. Hintergrund des Streits waren unter anderem die im letzten Jahr um rund 20 Prozent gesenkten Entgelte, die Mobilfunkanbieter für die Weiterleitung in ihre Netze fordern dürfen. Ziel der Übung war eine deutliche Kostenersparnis für die Verbraucher. Die Telekom hatte in ihren Basis-Tarifen jedoch keine dementsprechenden Korrekturen vorgenommen - und munter die alten Gebühren weiterkassiert. Auf diese Weise seien rund 200 Millionen Euro nach Bonn geflossen, stellt E-Plus in einer ersten Schätzung fest.
Auch in Brüssel scheint man nun von einer unumstößlichen Tatsache auszugehen: "Die Kommission ist sich bewusst, dass die DTAG die Absenkung der Mobilfunk-Terminierungsgebühren nicht in vollem Umfang an ihre Endkunden weitergibt", heißt es in dem Schreiben. In der Stellungnahme fordert die EU-Kommission die Bundesnetzagentur daher auf, "unverzüglich das Niveau der Festnetz-zu-Mobilfunk-Entgelte zu überwachen."
Telekom reagiert mit Mobil-Flatrate
Auch bei der aktuellen Entscheidung zu den seit Anfang Dezember 2007 gültigen neuen Terminierungsentgelten im Mobilfunk waren die Marktführer T-Mobile und Vodafone nach Annahme von E-Plus bei der Absenkung der Entgelte weniger stark betroffen als die kleinere Konkurrenten E-Plus und o2. Mittlerweile hat die Telekom aber reagiert und ein neues Festpreisangebot für Telefonate in das eigene Mobilfunknetz eingeführt: Für 14,95 Euro monatlich können Telekom-Kunden unbegrenzt lange Gespräche zu T-Mobile-Anschlüssen führen. Auf eine Flatrate für Telefonate in Konkurrenznetze werden die Verbraucher jedoch noch lange warten müssen.

(André Vatter)

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