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Telekom: Preiserhöhung um bis zu 20 Euro für "Heavy-User" ab 2016

Erstmals hat die Telekom mögliche Aufpreise genannt, die ab 2016 auf Vielnutzer bei der Umsetzung der DSL-Drosselung zukommen könnten. Die Preise sollen für Durchschnittsnutzer und Vielnutzer differenziert werden.

Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Am Mittwoch hat die Deutsche Telekom in Bonn ihre Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt. Die Entwicklung im klassischen Festnetz ist weiter rückläufig, der Telekommunikationskonzern verlor 4.000 private Breitband-Kunden. Telekom-Chef René Obermann ging im Rahmen der Bilanzpressekonferenz auch auf die ab 2016 geplante DSL-Drosselung ein. Erstmals nannte das Unternehmen die Höhe möglicher Aufpreise, die auf DSL-Vielnutzer zukommen könnte.

Höhe der Aufpreise noch nicht endgültig

"Dass wir nicht nur mit Lob überschüttet werden, war klar. Wir ignorieren die Kritik nicht. Die Telekom-Angebote sind auch 2016 marktgerecht und ihren Preis wert", erklärte Obermann. Allerdings wird es für einige Nutzer teurer: Die Telekom will die Preise im Festnetz künftig differenzieren. "Durch Angebote für Durchschnittsnutzer, bei denen soviel Datentransport vom Grundpreis abgedeckt sei, wie die große Mehrzahl der Kunden tatsächlich benötigt. Und mit Angeboten für wenige Prozent Intensivnutzer, die ein unbegrenztes Datenvolumen beinhalten, die dann aber auch ein paar Euro teurer sein werden – aus heutiger Sicht zwischen 10 und 20 Euro im Monat" erläuterte der Telekom-Chef.

Diese ab 2016 geplante Preisdifferenzierung solle dem wachsenden Datenvolumen Rechnung tragen. "Das ist ein richtiges Ziel in Summe, zu dem wir stehen", betonte Obermann. Ob es aber bei der Höhe der jetzt genannten Aufpreise bleibt, steht wohl noch nicht endgültig fest. "Wir können nicht so weit in die Zukunft gucken" erklärte Telekom- Deutschlandchef Jan Niek van Damme. Vielnutzer würden aber teils 1 Terabyte im Monat an Datenvolumen generieren. Es sei daher nur fair, dass sie entsprechend mehr bezahlen. Die Telekom verweist darauf, dass Experten bis 2016 eine Vervierfachung des Internetverkehrs erwarten. Das Unternehmen wolle in den nächsten Jahren sechs Milliarden Euro in das deutsche Festnetz investieren. "Diese Investitionen wollen wir zurückverdienen", so Obermann. Mit der Bundesnetzagentur sei der führende deutsche DSL-Anbieter in einer "vernünftigen Diskussion".

Telekom will auch nach 2016 weiter Flatrates anbieten

"Wir werden uns bis 2016 die Markt- und Nutzungsentwicklung genau ansehen", erläuterte Obermann. "Wir wollen auch in der Zukunft wie heute Flatrates anbieten, ganz klar", entgegnete der Telekom-Chef Befürchtungen von Kritikern, dass der Bonner Konzern das Ende von Flatrate-Tarifen einläutet. Zugleich wünscht er sich angesichts der breiten Kritik an den Bandbreitenbeschränkungen auch von den Medien eine etwas sachlichere Sicht: "Es geht nicht um Drosselung, sondern um Preisdifferenzierung", so Obermann. Es bleibt aber bis 2016 wohl noch Spielraum bei der Gestaltung der Tarife: "Der Markt ist extrem dynamisch und schnell", sagte der in diesem Jahr scheidende Telekom-Chef.

(Jörg Schamberg)

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