Umstellung

Telekom: Polizei in Hessen funkt künftig über Glasfasernetz

Die hessische Polizei wird ihr Funknetz von Kupferleitungen auf Glasfaser umstellen. Die Telekom übernehme die Umrüstung des Funknetzes. Vorteil im Katastrophenfall: Das Glasfaser-Funknetz könne auch mit Notstrom betrieben werden.

Jörg Schamberg, 21.01.2021, 09:47 Uhr
Polizei© lassedesignen / Fotolia.com

Die Polizei in Hessen stellt ihren Polizeifunk in den kommenden Jahren auf Glasfaser um. Wie die Deutsche Telekom mitteilte, werde der Bonner Konzern die Leistung des Funknetzes ausbauen. Bislang würden 496 Funk-Standorte der hessischen Polizei über Richtfunk oder Kupferleitungen verbunden, die jedoch ständig Strom benötigen. Bei Umstieg auf das Glasfaserkabel würden die Antennen auch mit Notstrom auskommen.

Neues Funknetz 72 Stunden mit Notstrom nutzbar

Hessen sei nach der Umstellung besser für einen Krisenfall gerüstet, da die Einsatzkräfte bei Katastrophen ohne Strom das Funknetz mindestens 72 Stunden nutzen könnten. Es werde eine Forderung des Bundes umgesetzt. Polizei oder Feuerwehr würden künftig über das Internet-Protokoll (IP) funken. "Blaulicht bedeutet Tempo. Digitale Funktechnik bringt Polizei oder Rettungsdiensten wertvolle Zeit im Einsatz. Glasfaser vernetzte Antennen schaffen dafür in Hessen die Basis", so Klaus Poensgen, bei der Telekom zuständig für den Vertrieb Länder und Kommunen.

Die Umstellung auf Glasfaser ist allerdings nicht schnell zu realisieren, sondern ein dreijähriges Großprojekt. Insgesamt müsse ein 23.511 Kilometer langes Leitungsnetz umgestellt werden. Auf einer Länge von 447 Kilometern sei auch Tiefbau erforderlich. Nach dem Glasfaser-Ausbau sollen Einsatzfahrzeuge auch bei einem großen Stromausfall auf 98,5 Prozent der Landes-Fläche Digitalfunk nutzen können. Das gehe über die Anforderungen des Bundes hinaus.

Erste Funkstationen bereits auf Glasfaser umgestellt

Ein Glasfaser-Pilotring werde bereits in Hünfeld, Grebenau, Oberrode und Hüttengesäß betrieben. Die Telekom habe dort zwanzig Anschlüsse gelegt, 38 weitere sollen folgen. Ab März 2021 sollen weitere Stationen umschalten. Andere Regionen Hessens sollen im Lauf des Jahres 2021 sowie 2022 folgen. Während des Wechsels müssen die Antennen eine Funkpause von zehn bis dreißig Minuten einlegen. Laufende Einsätze sollen davon aber unberührt bleiben.

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