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Telekom plant Verkauf von T-Online an Axel Springer

Die Telekom möchte sich laut "WirtschaftsWoche" offenbar von Deutschlands beliebtestem Nachrichtenportal T-Online trennen. Als heißer Kandidat für die Übernahme wird der Medienkonzern Axel Springer genannt, der mit dem Portal seinem Online-Werbegeschäft einen enormen Wachstumsschub geben könnte.

20.12.2014, 11:14 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Nach Informationen der Wirtschaftswoche verhandelt die Deutsche Telekom mit dem Medienkonzern Axel Springer über einen möglichen Verkauf des Nachrichtenportals T-Online. Beide Unternehmen äußerten sich allerdings bis jetzt nicht zu diesem Thema. Im November 2014 besuchten 374 Millionen Nutzer das Portal, was T-Online eindeutig zur beliebtesten News-Seite in Deutschland macht. Bild.de verzeichnete beispielsweise nur 295 Millionen Nutzer, Spiegel online sogar nur 200 Millionen Besucher. Das Telekom-Chef Timotheus Höttges T-Online verkaufen möchte, steht laut "Wirtschaftswoche" fest.

Gute Ergänzung im Online-Werbemarkt

Axel Springer Chef Mathias Döpfner plant, seinen Konzern auf wenige schwergewichtige Medienmarken wie "Bild" und "Die Welt" kombiniert mit immer mehr großen Anzeigen-Portalen im Internet auszurichten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres setzte Axel Springer dreiviertel seines Werbeumsatzes von 1,3 Milliarden Euro mit digitalen Aktivitäten um. Durch die Übernahme des enorm reichweitenstarken Portals T-Online könnten hier sicher nochmal deutliche Steigerungen verzeichnet werden. Redaktionelle Inhalte könnte Axel Springer über "Bild" und "Welt" auf T-Online bringen.

Unklar ist aber noch, in welchem Umfang ein Verkauf des ehemals größten Internet Service Providers stattfinden soll. Möglich wäre beispielsweise, dass die zahlreichen T-Online Postfächer weiter von der Telekom betrieben werden, da es sich hier schließlich um einen der meistgenutzten E-Mail-Anbieter in Deutschland handelt.

Drohende Monopolstellung

Falls sich die Konzerne einig werden, könnte das Bundeskartellamt möglicherweise ein Veto einlegen. Durch die Übernahme wären das reichweitenstärkste Portal T-Online und das drittstärkste Portal Bild.de in einem Haus angesiedelt. Vor etwa zehn Jahren wollte Axel Springer bereits die ProSiebenSat1 Mediengruppe übernehmen, auch dieses Vorhaben wurde von den Kartellwächtern gestoppt, um ein Werbemonopol zu verhindern.

(Falko Kuplent)

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