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Telekom plant radikale Veränderungen der Tarife

Kai-Uwe Ricke kündigt in einem "Handelsblatt"-Interview eine Attacke auf die Konkurrenz an: "Ab Herbst sind die paradiesischen Zeiten für den Wettbewerb zu Ende."

21.07.2006, 09:08 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom will zur Sicherung ihrer Marktanteile mit einer umfangreichen Neuausrichtung ihrer Tarife durchstarten. "Wir werden ab Herbst unsere Preismodelle radikal vereinfachen", sagte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke in einem Interview mit dem "Handelsblatt".
Telekom angriffslustig
Die umfangreichen Änderungen gelten nach Rickes Angaben sowohl für das Festnetz als auch für den Mobilfunk. "Im Festnetz bedeutet das, Pauschaltarife für den Anschluss inklusive Leistungen für Telefonieren, Surfen oder Fernsehen – oder eine Kombination der drei. Im Mobilfunk darf niemand mehr Angst vor den Telefonkosten haben", so Ricke. Gleichzeitig wagte Ricke eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Ab Herbst sind die paradiesischen Zeiten für den Wettbewerb zu Ende – da können Sie mich beim Wort nehmen".
Für die Telekom stehe nicht im Vordergrund mit allen Mitteln Produkte für das neue VDSL-Netz zu verkaufen, das in Kürze in zwölf deutschen Städten an den Start gehen soll. "Kurzfristig geht es darum, im traditionellen Festnetzgeschäft Marktanteile zu verteidigen", erklärt Ricke.
Zukäufe nicht ausgeschlossen
Für die Zukunft erwartet Ricke eine Konsolidierung auf dem europäischen Telekommunikationsmarkt. "Allerdings wird das noch eine Weile dauern. Im Moment sprechen die politischen Rahmenbedingungen, die Brüssel setzt, dagegen." Ob die Telekom selbst Übernahmen plane, lies Ricke offen. Mit dem Cash-Flow des Konzerns müsse sorgfältig umgegangen werden, verriet Ricke. Auch die Dividende dürfe nicht aus den Augen verloren werden.
Als integrierter Anbieter von Telefonie, Internet und Mobilfunk will die Telekom im Ausland allerdings nicht auftreten. "Das ist nicht unsere Strategie. Wir entscheiden abhängig von dem jeweiligen Markt, wie wir uns vor Ort aufstellen."

(Hayo Lücke)

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