Nur Ausnahmefälle?

Telekom: Offenbar weiter Probleme mit VDSL 100 im BNG-Netz

Statt 100 Mbit/s maximal 95 Mbit/s: Diverse Telekom-Kunden können nach Umstellung auf das neue BNG-Netz der Telekom weiterhin nicht die vertraglich vereinbarte Maximalgeschwindigkeit nutzen. Der Telekom sind die Probleme seit langem bekannt - eine Lösung für die "Ausnahmefälle" steht aber weiterhin aus.

Telekom© Deutsche Telekom AG

Bonn – In der vergangenen Woche hatte die Bundesnetzagentur die Ergebnisse der Analyse von rund 440.000 Geschwindigkeitsmessungen im Festnetz veröffentlicht. Vielfach würde die von den Providern beworbene maximale Download-Bandbreite nicht erreicht. Seit längerem kritisieren dies auch diverse Telekom-Kunden, die auf das neue BNG-Netz (Broadband Network Gateway) des Bonner Anbieters umgeschaltet worden sind. Bei gebuchten Anschlüssen mit VDSL 100 sei maximal 95 Mbit/s messbar. Besserung durch ein technisches Update ist bislang offenbar immer noch nicht in Sicht, wie ein betroffener Kunde unserer Redaktion aktuell erklärte. Seit Ende 2015 vertröste sie die Telekom immer wieder.

Telekom: Abweichungen bei Messungen innerhalb der Vorgaben der Netzagentur

Ein Telekom-Sprecher hatte unserer Redaktion Ende 2017 auf Anfrage dazu folgendes erläutert: "In der aktuellen BNG-Architektur stellen wir die im Tarif vereinbarte Bandbreite auf dem IP-Layer bereit. Das führt durch Overhead-Effekte dazu, dass es derzeit bei Messungen durch Kunden via Browser oder App (auf dem Applikations-Layer) zu Abweichungen im kleinen einstelligen Prozentbereich zu den Werten auf dem IP-Layer kommen kann, die sich allerdings innerhalb der Vorgaben der Bundesnetzagentur bewegen." Aus Sicht der Telekom ist also offenbar alles im grünen Bereich.

Telekom bestätigt Limitierungen der Datenraten im BNG-Netz in Ausnahmefällen

Ohnehin seien angeblich nur wenige Kunden betroffen. Im "Telekom hilft"-Forum hatte ein Mitglied des Telekom-Teams Anfang November 2017 erklärt: "In der BNG-Architektur kann es in Ausnahmefällen noch zu Limitierungen der maximal erreichbaren Datenrate kommen, an einer Lösung dieser Einschränkungen sind wir dran. Wir arbeiten permanent an der Verbesserung des Zusammenspiels unserer Netzkomponenten." Die Telekom sei sich bewusst, dass an ihren DSL-Anschlüssen nie die beworbene Maximalgeschwindigkeit erreicht werde und sie wolle den Vorgaben der Bundesnetzagentur nachkommen.

Mehr als die Hälfte der Straßenverteiler auf BNG-Netz umgestellt

Im Oktober hatte ein Telekom-Sprecher gegenüber unserer Redaktion betont, dass die Umstellung auf BNG auf "Hochtouren" laufe. Mehr als 50.000 Straßenverteiler seien bereits umgestellt worden. Damit sei mehr als die Hälfte geschafft. Mehr als 6,5 Millionen Kunden seien auf das moderne BNG-basierte Netz geschaltet worden.

Telekom-Sprecher: Datendurchsatz soll auch auf Applikations-Layer weiter gesteigert werden

"Unser oberstes Ziel ist es, unseren Kunden auch während der Migrationsphase einen stabilen und leistungsfähigen Anschluss zur Verfügung zu stellen. Dies stellen wir durch die aktuelle BNG-Architektur sicher. Wir arbeiten aber permanent an der Verbesserung des Zusammenspiels unserer Netzkomponenten mit dem Ziel, basierend auf den positiven Erfahrungen aus der Migrationsphase den Datendurchsatz auch auf dem Applikations-Layer weiter zu steigern", so der Telekom-Sprecher.

Zur konkreten Frage unserer Redaktion, wann eine technische Lösung für betroffene Kunden verfügbar sei, machte die Telekom keine Angaben.

Jörg Schamberg

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