I.R.I.S.-Messfahrzeug

Telekom nutzt künstliche Intelligenz bei Planung von Glasfaserausbau

In Bornheim hat die Telekom das neue System I.R.I.S. erstmals bei der Trassenplanung für den Glasfaserausbau eingesetzt. Das Messfahrzeug nehme den Mitarbeitern viel Arbeit ab, doch habe das KI-System auch noch einige Macken.

Telekom Messfahrzeug© Deutsche Telekom AG

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will die Planung von Glasfaser-Strecken mit Hilfe von künstlicher Intelligenz beschleunigen. In der zwischen Köln und Bonn gelegenen Stadt Bornheim mit knapp 50.000 Einwohnern kam bereits im Sommer 2018 erstmals ein innovatives Messfahrzeug mit dem KI-System I.R.I.S. zum Einsatz. Das neue System mit künstlicher Intelligenz des Fraunhofer-Instituts heißt mit vollem Namen "Integrated Road Information System". Das Fahrzeug sammele Daten, die von einer künstlichen Intelligenz interpretiert werden Die ersten Erfahrungen in Bornheim zeigen, dass das System durchaus noch einige Macken habe. Das teilte die Telekom am Dienstag mit.

Messfahrzeug mit KI übernimmt Trassenplanung

Bornheim werde derzeit von der Telekom zur ersten Gigabit-Stadt im Rhein-Sieg-Kreis ausgebaut. Dabei setzt die Telekom auf FTTH (Fiber to the Home) und verlegt Glasfaserleitungen bis in die Häuser und Wohnungen. Surfgeschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s lassen sich so nach dem Ausbau realisieren. In Bornheim müssen über 300 Kilometer neue Glasfaserkabel verlegt und 160 neue Netzverteiler aufgestellt werden. Dies erfordere eine umfangreiche Netzplanung. Doch die Telekom-Mitarbeiter müssten für die Trassenplanung keine Baupläne mehr wälzen und Straßen begehen. Ein Großteil der Arbeit übernehme I.R.I.S.

Das Messfahrzeug sei mit Kameras, GPS und Laserscanners ausgestattet. Es fahre die Straßen im Ausbaugebiet ab und sammele dabei Daten über Oberflächenbeschaffenheit, Bebauung und Umgebung. "In Bornheim haben wir erstmalig unsere automatisierte Planung angewendet. Wir identifizieren die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz. Anhand dieser Informationen ermitteln wir dann unsere potenziellen Trassen, also unsere Wege, wo wir die Kabel verlegen können", so Telekom-Projektleiter Stefan Bonato. Die von dem KI-System erstellte Strukturplanung werde anschließend von den Telekom-Mitarbeitern optimiert.

I.R.I.S: erstellt 3D-Modell von Straße und Umgebung

Die Messungen von I.R.I.S. seien äußert exakt und liefern ein genaues 3D-Modell von Straße und Umgebung. So könnten die Techniker etwa erkennen, ob auf der Trasse Asphalt oder teure Pflasterflächen verlegt sind. Leicht erkennbar sind etwa Grünstreifen, die eventuell für die leichtere Verlegung der Glasfaserkabel genutzt werden könnten. Aber auch Gullys, Risse in der Straße, Laternen, Bordsteine, Schutzwände oder Bäume, die in die Straße ragen, werden von dem System erfasst. Man könne sogar zwischen Laubbäumen und Nadelbäumen unterscheiden. Auch solche Informationen seien beim Tiefbau relevant. Rund 300 Kilometer sei das Messfahrzeug in Bornheim unterwegs gewesen. Die dabei aufgenommenen Bilder würden eine Datenmenge von mehr als einem Terabyte ergeben. I.R.I.S habe in Bornheim 333.000 potentielle Trassenabschnitte berechnet. In der Feinplanung bestimme die Telekom dann die genaue Trassenführung.

Einsatz von I.R.I.S. ist witterungsabhängig

"Die künstliche Intelligenz nimmt uns einen Großteil unserer Routinearbeit ab, die die Mitarbeiter bisher hatten, so Telekom-Experte Bonato. "Ganz ohne den Menschen wird es nicht funktionieren. Das ist eine Erkenntnis, die wir auch schon im Vorfeld hatten". Denn die Telekom-Mitarbeiter übernehmen weiterhin die Detailplanung. Zudem habe I.R.I.S. auch einige Macken. "Der Einsatz ist stark witterungsabhängig. Das heißt, wir brauchen gewisse Lichtverhältnisse. Das macht die Wintermonate nur eingeschränkt möglich für die Befahrung. Und wir brauchen idealerweise trockene Verhältnisse. Aber Bornheim hat gezeigt, dass dieser Prozess funktioniert - auch wenn er noch nicht perfekt funktioniert. Das hätte bei unserem ersten Versuch aber auch alle überrascht", so Projektleiter Bonato.

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Jörg Schamberg

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