Netz

Telekom: Nur noch winzige LTE-Funklöcher an ICE-Strecken

Die ICE-Strecken seien laut Telekom "bestens" mit LTE versorgt. Die noch bestehenden Funklöcher seien nicht einfach zu schließen. Teils mangelt es an einem Standort für den Funkmast.

Jörg Schamberg, 13.01.2021, 10:29 Uhr
Bahngleise© Vargas / Fotolia.com

Die drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland haben die Auflagen der Bundesnetzagentur zur LTE-Versorgung entlang von ICE-Strecken und Autobahnen erfüllt - mit einem Jahr Verspätung. Laut der Telekom seien jetzt "ICE-Strecken bestens mit LTE versorgt". Dennoch gebe es noch Funklöcher, die aber im Vergleich zur versorgten Streckenlänge "winzig" seien. In seinem Firmenblog erläutert der Bonner Konzern, warum der Netzausbau entlang der Bahnstrecken manchmal kompliziert sein kann.

Funklöcher teils wegen schwieriger Standortsuche für Funkmasten

Auf der 290 Kilometer langen ICE-Strecke zwischen Berlin und Hamburg gebe es beispielsweise noch sieben Funklöcher mit einer Länge von insgesamt 1,34 Kilometern. Eines dieser Funklöcher befinde sich in Aumühle im Sachsenwald kurz vor Hamburg. Der nicht versorgte Streckenabschnitt habe dort eine Gesamtlänge von 550 Metern. Das Problem: Die zur Telekom gehörende Deutsche Funkturm suche dort seit zwei Jahren vergebens nach einem Standort für einen neuen Funkmast.

Elf geeignete Standorte seien denkbar gewesen, doch alle Versuche hätten keinen Erfolg gehabt. So sei der S-Bahnhof denkmalgeschützt. Auf einem Parkplatz in der Nähe konnte die Kommune Baulasten und Abstandsflächen nicht zusagen. Nahe eines Bahnmuseums würden unterirdische Kabel das Aufstellen eines Mastes verhindern. Ebenso könne die Telekom nicht direkt an den Böschungen entlang der Trasse bauen, da der Sachsenwald Naturschutzgebiet sei. Eine Rodung von rund 500 Quadratmeter Waldbestand sei wohl nicht genehmigungsfähig. Nun soll es erneut Gespräche mit Grundstückseigentümern geben, die der Telekom zuvor bereits eine Absage erteilt hatten. Da der zu versorgende Streckenabschnitt sich über eine langgezogene Kurve erstrecke, sei ein mindestens 40 Meter hoher Mast erforderlich.

2020 alle 2,5 Tage ein neuer Funkmast entlang von ICE-Strecken

Doch der LTE-Mobilfunkausbau entlang der ICE-Strecken sei trotz solcher Hindernisse insgesamt gut vorangekommen. 2020 sei durchschnittlich alle 2,5 Tage ein neuer Mast an einer ICE-Strecke errichtet worden. Auch die letzten kleinen Lücken sollen künftig geschlossen werden.

Günstige Handytarife finden
Weiterführende Links
Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang