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Telekom nimmt Stellung zu Störungen bei der Umstellung auf einen IP-Anschluss

Die Telekom will bis 2018 alle Telefonanschlüsse auf IP-Technologie umstellen. Doch laut Medienberichten kann es aktuell bei der Umstellung zu technischen Problemen kommen, Kunden können nicht telefonieren. Wir haben bei der Telekom nachgehakt.

17.05.2013, 18:21 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Im Zuge der Debatte um die von der Telekom geplante DSL-Drosselung ging ein Unternehmenssprecher des Bonner Konzerns Anfang Mai auch auf die neuen IP-Anschlüsse ein. Telekom-Kunden sollen bis 2018 von analogen Anschlüssen auf All-IP umgestellt werden. Da Kunden je nach Tarif bis zu 4 Euro monatlich sparen könnten, würden sie nach Ansicht der Telekom gerne wechseln. Derzeit nutzen bereits rund eine Million Kunden des ehemaligen Monopolisten solche IP-Anschlüsse. Doch wie ein konkreter Fall zeigt, ergeben sich in der Praxis offenbar technische Probleme bei der Umstellung.

Inkompatible Speedport-Router

Die "Neue Westfälische" berichtet über einen Mandanten einer Bielefelder Anwaltskanzlei, der seit dem Wechsel von einem klassischen auf einen IP-Telefonanschluss über unterbrochene Verbindungen berichtet. Laut dem Bericht hätte der Telekom-Kundenservice in einem Schreiben an den Bielefelder Rechtsanwalt eine "Massenstörung" eingeräumt. Die Störung sei "bekannt" und werde "voraussichtlich am 16. Mai behoben". Die Telekom bat um Geduld und will das Grundentgelt anteilig erstatten, da der neue Anschluss nicht in vollem Umfang nutzbar sei. Unsere Redaktion wollte Details wissen und hakte am Freitag bei der Telekom nach.

Ein Telekom-Sprecher bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass es derzeit beim Betrieb zweier Speedport-Router in Zusammenhang mit der Voiceplattform zu "Inkompatibilitäten" komme, die "zum Verlust der Telefoniefähigkeit" führen. Genauere Angaben zu den konkreten Router-Modellen machte die Telekom nicht. Meist könne das Problem jedoch durch einen Reset des Routers gelöst werden. Behebt also ein Reset die Inkompatibilität? "Sollte erneut keine Sprachverbindung hergestellt werden können, sollte wiederum ein Reset durchgeführt werden", ergänzte der Sprecher. "Die Telekom arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung und wird diese über Easysupport und zum Download zur Verfügung stellen", so die Auskunft des Unternehmens.

Telekom: Nur vereinzelte Störungen

Allerdings handele es sich nach Angaben des Unternehmenssprechers nur um "vereinzelte Störungen", eine Massenstörung wollte er demnach nicht bestätigen. Medienberichte hatten dagegen von etlichen weiteren Betroffenen berichtet. Eine Entschädigung für einen etwaigen Verdienstausfall hänge vom jeweiligen Vertrag ab. "Grundsätzlich kann jeder Kunde seinen Anspruch beim Kundenservice geltend machen, wo dieser dann geprüft wird", erklärte der Telekom-Sprecher.

(Jörg Schamberg)

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