Netzausbau

Telekom: Mobilfunkantennen auf Strommasten eher schwierig realisierbar

Lassen sich Mobilfunkantennen auf bestehenden Strommasten nutzen? Die Deutsche Telekom nennt vier Gründe, die eine Mitnutzung in der Praxis meist verhindern.

Jörg Schamberg, 09.03.2021, 09:56 Uhr
Stromnetz© Gina Sanders / Fotolia.com

Für den Ausbau der Mobilfunknetze in Deutschland werden auch zahlreiche neue Antennenstandorte benötigt. Könnten Mobilfunkantennen nicht einfach auf die überall in Deutschland bestehenden Strommasten befestigt werden? Die Deutsche Telekom (Angebote der Telekom) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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hat jetzt in ihrem Firmen-Blog erläutert, warum dies in der Praxis meist nicht realisierbar ist.

Strommasten stehen meist am falschen Standort und sind nur schwer erreichbar

Platz genug wäre auf den 70 Meter hohen Starkstrommasten und Freileitungsmasten für Mobilfunkantennen. Doch die Telekom führt gleich vier wirtschaftliche und funktechnische Gründe auf, die gegen eine Nutzung der Strommasten für Mobilfunktechnik sprechen.

Die wenigsten der Strommasten würden dort stehen, wo eine Mobilfunkversorgung für viele Menschen benötigt werde. "Für eine Stadtversorgung steht der Strommast falsch. Er steht auf freier Flur. Und wo brauche ich die Versorgung? In der Stadt. Von daher widerspricht sich das oft", so Thomas Rieder, Betriebsmanager für die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm in München.

Zudem seien nur die wenigsten Strommasten bei Wartungsarbeiten für den Schwerlastverkehr erreichbar, da diese meist im Feld stehen. Man müsste extra einen Weg bauen, was zusätzliche Kosten bedeuten würde.

Hochspannungsmasten nicht für Mehrgewicht durch Antennentechnik ausgerichtet

Ein gewichtiger Grund, der gegen eine Mitnutzung für Mobilfunkantennen spricht, sei außerdem die Statik der Hochspannungsmasten. Das zusätzliche Gewicht durch Mobilfunktechnik sei bei der Errichtung der Masten nicht eingerechnet worden. Im Winter sorgten Schnee und Eis ohnehin für ein hohes Mehrgewicht. Und zur Stromversorgung der Mobilfunkantennen müsste ein schwerer Trenntrafo zum Einsatz kommen, der den Starkstrom der Leitungen auf die Spannung für die Mobilfunktechnik reduziere. Daher müssten die Masten meist verstärkt werden - das bedeute Mehraufwand und Kosten.

Anbindung durch Glasfaser oft nicht möglich - Richtfunk teils problematisch

Die Mobilfunkstandorte müssten aber auch per Glasfaser oder Richtfunk an das Netz der Telekom angebunden werden. "Meistens können wir die Strommasten nicht mit Glasfaser anbinden, weil die Entfernungen zu groß sind", erklärt Rieder. Als Alternative bliebe der Richtfunk. Bei weit entfernten Empfangsstellen, müsse die Richtfunkantenne aber hoch angebracht werden. Es werde zudem freier Sichtkontakt benötigt. "Dann muss ich auf dem Strommast über die Hochspannungsleitung hinaus gehen", so Rieder. Bei Wartungsarbeiten der Antenne müsse dann der Strom aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Die Energieversorger würden sich über solche Abschaltungen sicher nicht freuen.

Manchmal gelinge es in der Praxis aber doch, dass alle Faktoren stimmen: In der Nähe von Starnberg beispielsweise versorgt nach Angaben der Telekom ein "Antennenstrommast" die Autofahrer auf der A96 mit Mobilfunk. Auf dem Mast müsse die Telekom aus Sicherheitsgründen zehn Meter von den Leitungen entfernt bleiben. Der Starkstrom würde den Mobilfunk nicht beeinflussen.

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