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Telekom mit neuen Kampfpreisen

Mit deutlichen Preisabschlägen will die Deutsche Telekom ab Juni der Konkurrenz die Suppe versalzen. Von den Preissenkungen sollen sowohl Interessenten an Kombi-Paketen für Breitband und Telefonie profitieren, aber auch der klassische Telefonkunde.

22.05.2007, 10:56 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die momentan von einer Streikwelle gebeutelte Deutsche Telekom will um jeden Kunden kämpfen und mit Kampfpreisen den Mitbewerbern das Fürchten lehren. "Die Telekom wird sich nicht auf den Rücken drehen und darauf warten, dass die Kunden weglaufen, weil wir als preisunwürdig angesehen werden", gab sich Telekom-Vorstand Timotheus Höttges am Dienstagmorgen gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-AFX kämpferisch.
Neue Preise bereits ab Juni
Der Privatkundenmarkt läuft nach einer strategischen Entscheidung bereits seit vergangenem Wochenende nur noch unter der Marke T-Home, die mit großem Aufwand eingeführte Marke T-Com wurde eingestampft. Höttges nannte noch keine endgültigen Zahlen, gab jedoch eine klare Richtung für die Preisentwicklung beim Bonner Konzern vor. Bereits ab Juni sollen Kunden für einen Pauschaltarif, der einen Internet-Zugang sowie eine Telefonie-Flatrate ins Festnetz umfasst, je nach Bandbreite nur noch 35 bis 50 Euro zahlen.
Seit Monaten laufen der Telekom die Kunden davon und begeistern sich für preisgünstigere Mitbewerber. Allein im vergangenen Jahr hatten zwei Millionen Kunden ihren Festnetzanschluss gekündigt. Konkurrenten wie United Internet und Versatel hatten ebenfalls ihre Preise für Breitband-Zugänge in den letzten Monaten gesenkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Im ersten Quartal des laufenden Jahres haben sich 600.000 Kunden für einen DSL-Anschuss der Telekom entschieden. Höttges zeigte sich optimistisch: "Wir sind zufrieden mit der DSL-Entwicklung des ersten Quartals. Wir haben natürlich den Anspruch so weiter zu machen." Als Marktführer will die Telekom mehr als die Hälfte der erwarteten fünf Millionen neuen Breitbandkunden in diesem Jahr für sich gewinnen. Dem Breitband-Sektor wird ein rasantes Wachstum prognostiziert. Nach internen Berechnungen soll der operative Gewinn in diesem Jahr bei acht Milliarden Euro liegen. Eine Korrektur der Zahlen hält Höttges trotz des Kundenschwundes für nicht notwendig.
Preisabschläge am laufenden Meter
Mit mehreren Preissenkungen, die in diesem Jahr aus dem Sack gelassen werden sollen, will die Telekom vor allem dem Kampf um Neukunden aufnehmen. "Bislang haben hier unsere Konkurrenten punkten können", zeigte sich Höttges selbstkritisch. Bei den neuen Angeboten hat eine transparente Preisgestaltung höchste Priorität: "Der Kunde soll nur noch das bezahlen, was vorne drauf steht." Neben den kombinierten Internet- und Telefonie-Paketen soll aber auch der klassische Telefonkunde von den Preisvorteilen der Telekom profitieren können.
Höttges sieht den Konzern nach wie vor nicht als "Billigheimer". Die Telekom biete ihren Kunden einen umfassenden Service und zusätzliche Dienste. Beispielweise wird vor Ort die komplette DSL-Installation von einem Techniker vorgenommen, ohne dafür mehr Geld zu verlangen. Höttges: "Das heißt, wir kommen ins Haus und gehen erst wenn alles läuft." In Zeiten des momentanen Arbeitskampfes läuft jedoch relativ wenig. Die Kunden müssen mit längeren Wartezeiten bei Neuanschlüssen und der Entstörung ihrer Anschlüsse rechnen.
Bestandskunden, die mindestens zwölf Monate an die Telekom gebunden sind, sollen mit den preisgesenkten Paketangeboten dem magentafarbenen Telekommunikationsanbieter gewogen bleiben.
Update: Details stehen fest
Inzwischen hat die Telekom Details zu den neuen Konditionen veröffentlicht. Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie in einer Extra-Meldung zusammengefasst.

(Stefan Hagedorn)

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