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Telekom: Mit mehr Frauen an der Spitze zum Erfolg

Die Führungspositionen der Deutschen Telekom sind bislang eine Männerdomäne. Die Einführung einer Frauenquote von 30 Prozent soll mehr Vielfalt ins Management bringen - und das Unternehmensergebnis verbessern.

15.03.2010, 11:19 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Frauen an die Macht: Wie schon am Sonntag berichtet, will die Deutsche Telekom eine Frauenquote einführen. Der ehemalige Monopolist ist damit nach eigenen Angaben das erste der 30 großen, im Aktienindex DAX gelisteten, Unternehmen mit einer solchen Regelung. Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der weltweiten oberen und mittleren Führungspositionen des Bonner Konzerns mit Frauen besetzt sein. Bislang ist die Management-Ebene noch fest in Männerhand. Die Telekom gab am Montag Details zu der geplanten Frauenförderung bekannt.

Besseres Ergebnis mit höherem Frauenanteil

"Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser", so Telekom-Chef René Obermann zu der Entscheidung des Konzernvorstandes. "Mehr Frauen in Führungspositionen ist kein Diktat einer falsch verstandenen Gleichmacherei. Es ist ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness und vor allem eine handfeste Notwendigkeit für unseren Erfolg", erklärte Obermann weiter. Durch mehr Vielfalt im Management verspricht sich das Unternehmen langfristig eine höhere Wertschöpfung. Studien hätten gezeigt, dass Unternehmen mit einem höheren Frauenanteil ein besseres Unternehmensergebnis und höhere Rentabilität erzielen konnten. Kritiker bescheinigten dem angesichts schwindender Kundenzahlen taumelnden Riesen Telekom einen Mangel an Visionen. Es gehe laut Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger jedoch mit der Frauenquote um "Chancengleichheit für die besten Talente". Die bereits seit Jahren durchgeführten Maßnahmen zur Frauenförderung seien bislang ohne "durchschlagenden Erfolg" geblieben.

Telekom will ihren "Talentpool" vergrößern

Bereits heute seien schon rund 60 Prozent der Absolventen von wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen an deutschen Hochschulen Frauen. Eine "gläserne Decke" verhindere aber deren Aufstieg in Führungspositionen. Die neue Quotenregelung sei ein wichtiger Bestandteil des strategischen Personalumbaus der Telekom, da sie den "Talentpool" vergrößere. Die 30 Prozent-Quote für Führungspositionen werde bei dem Telekommunikationskonzern Schritt für Schritt umgesetzt. Unter anderem müssten in Führungskräfte-Entwicklungsprogrammen künftig mindestens 30 Prozent Frauen vertreten sein. Auch die Zahl der eingestellten weiblichen Hochschulabsolventen solle in den nächsten Jahren doppelt so hoch sein wie der Frauenanteil in den jeweiligen Studienabschlussjahrgängen. Jahr für Jahr solle diese Zahl gesteigert werden. Daneben würden aber auch Elternzeitzeitmodelle, Teilzeitmodelle für Führungskräfte und Kinderbetreungsangebote ausgeweitet.

Die Politik sieht die Bestrebungen der Telekom mit Wohlwollen. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, begrüßte denn auch die Initiative "Frauen haben längst die Arbeitswelt erobert. Aber dort, wo die wichtigen Entscheidungen getroffen werden, bleiben die Männer immer noch unter sich." Es sei erfreulich, dass ein solch großes Unternehmen freiwillig mit gutem Beispiel vorangehe. "Die nötigen Veränderungen erreichen wir nur mit Unterstützung der Wirtschaft und nicht gegen sie." .

(Jörg Schamberg)

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