Ausbaubilanz 2017

Telekom-Manager: Darum ist Bayern beim Glasfaserausbau so erfolgreich

Bayern profitiert bundesweit am stärksten vom Glasfaserausbau der Deutschen Telekom. Über 42 Prozent der 2017 von dem Bonner Konzern verlegten Glasfaserleitungen entfielen auf den Freistaat. Josef Scherl, Technik-Chef der Telekom in Bayern, erklärt das Erfolgsgeheimnis.

Auf dem Land© Jakob Radlgruber / Fotolia.com

Bonn – Die Deutsche Telekom (www.telekom.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können. Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.) hat in dieser Woche eine Bilanz zum Netzausbau in Deutschland gezogen. Mit der Verlegung von 40.000 Kilometern Glasfaserleitungen habe der Bonner Konzern beim Breitbandausbau einen neuen Rekord erzielt. Für 2018 soll das Glasfasernetz sogar um 60.000 Kilometer erweitert werden. Ein Großteil der Ausbaumaßnahmen in diesem Jahr entfiel dabei auf Bayern. Josef Scherl, Technik-Chef der Telekom in Bayern, erklärte in einem Blog-Posting des Konzerns, warum der Freistaat beim Glasfaserausbau erfolgreicher sei als die anderen 15 Bundesländer.

17.000 Kilometer Glasfasern für Bayern auch 2018 geplant

17.000 Kilometer der bundesweit 40.000 Kilometer Glasfaserleitungen wurden laut Scherl 2017 in bayerischen Kommunen verlegt. Es habe in über 1.000 bayerischen Orten Baumaßnahmen der Telekom gegeben. Zwei Drittel der Haushalte in ländlichen Gebieten Bayerns würden bereits über Internetanschlüsse mit bis zu 30 Mbit/s verfügen. Bis Ende 2018 soll jede bayerische Gemeinde an das Glasfasernetz angeschlossen sein. Auch im kommenden Jahr sollen daher noch einmal 17.000 Kilometer Glasfaserkabel in Bayern verlegt werden.

Bayerisches Förderprogramm macht den Unterschied

Doch welches Erfolgsgeheimnis hat Bayern? "Der Unterschied zwischen Bayern und den 15 anderen Bundesländern kommt tatsächlich durch die Förderung zustande", so der Telekom-Manager. Durch das Förderprogramm der bayerischen Landesregierung seien 97 Prozent der bayerischen Gemeinden im Förderverfahren. Seit 2013 würden insgesamt 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Die Förderung schließe Deckungslücken und mache viele Projekte erst profitabel.

Längere Arbeitszeiten und zusätzliches Personal für Netzausbau

Doch die vielen Ausbaumaßnahmen bringen die Telekom an die Grenze ihrer personellen Kapazität. Im Rahmen eines neuen Tarifvertrags sei die Wochenarbeitszeit für betroffene Mitarbeiter auf 42 Stunden erhöht worden. Zusätzlich würden 1.000 Mitarbeiter der Telekom aus ganz Deutschland beim Netzausbau in Bayern mithelfen. Etwa die gleiche Zahl an externen Mitarbeitern sei zudem obendrauf aus dem europäischen Ausland verpflichtet worden. Die Telekom habe dafür extra neue Montage-Camps und Trainingscenter eingerichtet. Aber auch neue Verlegemethoden für die Leitungen wie Micro-Trenching, Pflügen oder Überlandleitungen sollen den Netzausbau beschleunigen.

Nicht jeder Anschluss wird pünktlich fertig

Nicht immer funktioniere dabei alles nach Plan. "Das wäre schön, klappt aber leider nicht immer. Das ist die Kehrseite der Medaille", gibt Scherl zu. Nicht jeder Anschluss werde pünktlich fertig. Teils müssten auch Qualitätsmängel wie Straßenaufbrüche nachgearbeitet werden. "Wir liefern immer ab, wir haben nicht einen einzigen Vertrag zurückgegeben. Und wir bringen jeden Mangel in Ordnung – auch wenn wir und die Gemeinden uns manchmal wünschen würden, dass es schneller geht", so Scherl.

Telekom hat rund 80 Prozent der Ausschreibungen gewonnen

Der Technik-Chef der Telekom in Bayern betont, dass das Unternehmen unabhängig von der Gemeindegröße jede Ausschreibung in Bayern bediene. Die Telekom habe rund 80 Prozent der Ausschreibungen gewonnen. Auch sehr kleine Projekte seien dabei wie etwa im oberfränkischen Thurgau und im mittelfränkischen Kalchreuth, wo jeweils nur 25 Haushalte angeschlossen wurden. "Wir reden nicht, wir bauen", erklärt Scherl.

Einsatz von Vectoring in geförderten Gebieten

Dank des nun durch die EU erlaubten Einsatzes der Vectoring-Technik auch in geförderten Gebieten, sollen 2018 die Anschlüsse von 650.000 weiteren Haushalten auf VDSL 100 beschleunigt werden. Der Upload erhöht sich auf bis zu 40 Mbit/s. Dies könne durch ein Software-Update oder durch Umstellungen im Verteilerkasten erreicht werden. Noch schneller werde es ab dem Sommer 2018 mit der Einführung von Supervectoring. Dann seien Surfgeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s realisierbar. Damit sei im Kupferkabel aber immer noch nicht Schluss. Auf kurzen Strecken sei per G.fast sogar 1 Gbit/s machbar.

Vermittlungsstellen fit für Glasfaser bis in die Gebäude

Dennoch sei der flächendeckende Glasfaserausbau bis in die Häuser (FTTH), das Endziel des Ausbaus. Über 90 Prozent der 1.300 Telekom-Vermittlungsstellen in Bayern seien bereits mit Schnittstellen ausgestattet, die die Verlegung von Glasfaser bis in die Keller der Kunden ermöglichten.

Günstige Internet-Tarife finden

Jörg Schamberg

Weiterführende Links
Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang